Los Angeles. Auf der eine Meile langen Pilotstrecke nahe der Häfen von Los Angeles und Long Beach baut Siemens sein „eHighway“-System für beide Fahrtrichtungen auf. Die Volvo-Tochter Mack entwickelt die Elektro-Laster. Bis zu vier Testfahrzeuge sollen, integriert in die Flotten regionaler Logistikunternehmen, ab Juli 2015 ein Jahr im Pendelbetrieb Seefrachtcontainer transportieren. Die Lkw sind nicht an die Oberleitung mit 650 Volt Spannung gefesselt. Roland Edel, Technologiechef der Siemens-Mobilitätssparte: „Eingesetzt werden Lkw sowohl mit Diesel-Hybrid als auch Gas-Hybrid sowie rein elektrischem Antrieb mit Batterie. Auf diese Antriebsarten greifen die Fahrer dann außerhalb der Oberleitungsstrecke zurück, wenn der Stromabnehmer eingeklappt ist.“
Teststrecke
Lkw mit Stromabnehmer
Für Trucks, die weitgehend im Linienverkehr unterwegs sind, will Siemens das System der Oberleitungsbusse auf den Güterverkehr übertragen. Um auch schwere Nutzfahrzeuge zu elektrifizieren, testet Siemens nahe Berlin schon seit einiger Zeit Oberleitungs-Trucks. Nun haben Siemens und Volvo von der südkalifornischen Umweltbehörde für Luftreinhaltung den Zuschlag für einen Test im realen Gütertransport erhalten.
Andocken in voller Fahrt
Anders als bei Oberleitungsbussen „erlauben die Stromabnehmer das An- und Abdocken an die in fünf Metern Höhe verlaufende Stromleitung in jeder Situation und in voller Fahrt mit bis zu 90 km/h“, beschreibt Edel die Vorteile. So können die Trucks problemlos überholen. Das Projekt soll auch Erkenntnisse zur Wirtschaftlichkeit liefern. Siemens baut dabei stark auf den Vorteil der Wirkungsgradsteigerung. Roland Edel rechnet vor: „Von der Einspeisung ins Unterwerk mit dem Weg über die Oberleitung bis zu den Rädern können wir einen Wirkungsgrad von rund 80 Prozent erreichen. Das wäre etwa das Doppelte dessen, was ein moderner Dieselmotor bei der Umwandlung von Kraftstoff in Antriebsenergie erzielt.“