Bielefeld. Daniela Gaus hat den Job von der Pike auf gelernt. Auch wenn sie nach dem Abitur erst einmal eine Banklehre bei der Sparkasse absolvierte – der 1928 gegründete Familienbetrieb hatte zu dieser Zeit bereits das Leben der jungen Frau geprägt. So stieg sie 1997 ins Unternehmen ein, durchlief ein Jahr lang alle Abteilungen, absolvierte dann ein Fachstudium in Kfz-Betriebswirtschaft, um anschließend in anderen VW- und Audi-Betrieben Erfahrungen vor allem im Verkauf zu sammeln. Dabei hinterließ Gaus in den verschiedenen Unternehmen und bei den jeweiligen Chefs einen so guten Eindruck, dass sie sich für ein Förderprojekt für junge Führungskräfte qualifizierte. Beste Grundlage, um 2004 in die Geschäftsführung des elterlichen Autohauses – Vater Gustav, 73, schaut noch heute gern vorbei, ohne sich dabei ins Geschäft einzumischen – einzusteigen und gleich den Neubau auf einem 19.000 Quadratmeter großen Grundstück am heutigen Standort in die Wege zu leiten. Zunächst ohne Werkstatt, die in den alten, wenige Kilometer entfernten Gebäuden blieb. Ein Manko, wie sie erkannte und aus der Welt schaffte. Auf 2500 Quadratmetern können seither Fahrzeuge repariert werden. 70 Autos durchlaufen täglich diesen Bereich. Die Verkaufsfläche im Gebäude beträgt 1500 Quadratmeter. Dazu kommt der große Außenbereich, auf dem auch Nutzfahrzeuge präsentiert werden – das Autohaus Gaus, das im Durchschnitt 1000 gebrauchte und 500 neue Pkw pro Jahr verkauft, hat sich als Nutzfahrzeugzentrum einen Namen in der Region um Bielefeld gemacht. 300 Nutzfahrzeuge werden jährlich an den Mann gebracht. Insgesamt 108 Mitarbeiter, davon 22 Auszubildende, sorgen dafür, dass die Kundschaft zufrieden ist und bleibt. Besonders am Herzen liegt Daniela Gaus die Ausbildung des Nachwuchses. „Eine gute Ausbildung von Jugendlichen ist enorm wichtig. Davon profitieren die Betroffenen ebenso wie deren Umfeld und nicht zuletzt die gesamte Gesellschaft“, sagt sie. Auch deshalb engagiert sich Gaus bei den Rotariern seit vier Jahren in einem Hauptschul-Projekt. Während des Schuljahrs haben Interessenten dabei die Möglichkeit, ein Langzeitpraktikum im Autohaus zu machen. Immer mittwochs sind sie im Betrieb, um dort erste Einblicke ins Arbeitsleben zu bekommen und auch das Sozialverhalten im Kollegenkreis zu erfahren. Parallel dazu kümmern sich zwei Studentinnen darum, die Schüler auf Bewerbungsschreiben und -gespräche oder den Umgang mit Vorgesetzten vorzubereiten. Das zahlt sich aus. Mit einer Ausnahme konnte bislang jedes Jahr ein Praktikant in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden.
Autohaus-Chefin Daniela Gaus
Vom Konzern ausgezeichnet
Daniela Gaus hat Grund zum Strahlen. Das Unternehmen der 39-Jährigen zählt mit zu den 50 besten Volkswagen-Autohäusern in Deutschland. Und: Außer ihr hat es nur eine weitere Frau als Chef geschafft, für Beratung, Kundenzufriedenheit, Qualität und Verkaufszahlen im Betrieb von der Konzernführung ausgezeichnet zu werden.