München. Gebrauchtwagenversteigerungen haben sich im Handel etabliert. Sie sind ein geeignetes Instrument, um das eigene Angebot zu optimieren. Vor Ort und zunehmend übers Netz ersteigern Händler Fahrzeuge, die von Autoherstellern, Leasingfirmen, Banken oder Vermietern stammen. Die Vermarktung übernehmen Dienstleister, zu den größten hierzulande gehören BCA (British Car Auctions), Autobid und Autorola.
Reine Online-Versteigerungen sowie Kombinationen aus stationären Auktionen und Internet- Versteigerungen gehören zum Angebot von BCA und Autobid. Der Hamburger Anbieter Autorola dagegen setzte von Anfang an nur aufs Internet. Bei dem dänischen Unternehmen haben sich europaweit 70.000 Händler registriert. Hierzulande nutzen 20.000 Händler die Dienstleistungen von Autorola. de, gut ein Drittel davon (35 Prozent) sind markengebunden. Im vergangenen Jahr versteigerte Autorola deutschlandweit 20.500 Fahrzeuge, bis Ende Juli 2014 waren es 13.300 Gebrauchte.
Das traditionsreichste Unternehmen ist BCA, das seit 1946 Autos in England versteigert. Der deutsche Ableger startete 1997 mit stationären Auktionen in Berlin. Heute unterhält BCA bundesweit sechs Auktionszentren, in denen pro Woche zehn bis 15 Auktionen stattfinden. Bereits seit 2002 können Händler bei BCA via Internet mitbieten, seit 2006 gibt es auch reine Online-Auktionen – heute sind es 25 bis 30 pro Woche. Im vergangenen Jahr wurden 125.000 Fahrzeuge vermarktet – im Schnitt für knapp 10.300 Euro.
Autobid.de, die Internetsparte der Auktion & Markt AG, führt seit 1988 Versteigerungen in Deutschland durch und betreibt heute bundesweit acht Zentren. Europaweit kamen im vergangenen Jahr 92.750 Fahrzeuge unter den Hammer, drei Viertel davon in Deutschland. Von den 25.000 registrierten Händlern sind 30 Prozent markengebunden. Bei der Expansion setzt Autobid auf Lizenzpartner für Online-Auktionen. Erste Lizenzen wurden nach Griechenland und Spanien vergeben. Seit 2013 testet Autobid neue Geschäftsfelder wie die Versteigerung von Autohäusern („Propertybid“) oder den Transportservice „uShip“. Eine Kooperation mit Sixt („Sixtbid“) soll Privatpersonen und Kleinstunternehmen ermöglichen, einzelne Gebrauchte in eine reguläre Auktion einzustellen.