Genf. BMW hat sein Rekordziel für 2016 angesichts der weltweit anhaltend großen Nachfrage nach Nobelautos um zwei Jahre vorverlegt. Bereits in diesem Jahr strebe der Oberklassehersteller an, die Marke von zwei Millionen verkauften Autos zu überbieten, sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Dienstag am Rande des Autosalons in Genf. Reithofer, der als eher vorsichtig gilt, wenn es um Prognosen geht, bleibt allerdings auch kaum etwas übrig: Bereits 2013 hatte BMW ein weiteres Rekordjahr verbucht und 1,96 Millionen Autos verkauft. Damit reicht schon ein Plus von 2 Prozent, um die Schwelle zu erreichen.
Und das Jahr ging für die Münchner bereits gut los. Die ersten beiden Monate seien «sehr zufriedenstellend» verlaufen, sagte Reithofer. Im Februar sei der Absatz der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce um fast 6 Prozent gewachsen. Im Januar hatte es bereits ein Plus von fast 8 Prozent gegeben. Vor allem in Asien und Nordamerika dürfte es für den Oberklasseprimus weiter deutlich bergauf gegangen sein. BMW will seine Position vor Daimler und dem bayerischen Rivalen Audi halten und auch 2020 noch an der Spitze der drei Nobelmarken stehen. Die beiden Verfolger wollen ihrerseits dann Marktführer sein.
Auf großen Schub aus den arg gebeutelten Ländern Westeuropas hofft Reithofer nicht, auch wenn er dort immerhin Zeichen der Erholung sieht. Vor allem auf dem nach wie vor für die Münchner wichtigen deutschen Heimatmarkt sehe er Wachstum, ebenso in Großbritannien. Vor zu großer Euphorie warnte der Manager jedoch: «Wir sehen einen leichten Trend nach oben, aber ich betone, einen leichten Trend nach oben.» In Frankreich gebe es viele Fragezeichen. Der Automarkt im Krisenland Spanien liege noch immer am Boden. «Dort haben wir einen weiten Weg vor uns.» Wenn es dort aufwärts gehe, dann von einem Tiefpunkt aus.
In Nordamerika hat BMW andere Probleme. Angesichts der großen Nachfrage dort, käme es das Unternehmen günstiger, mehr Autos auf der anderen Seite des Atlantiks zu fertigen. Auch deswegen denkt BMW weiter über eine neue Fabrik in Mittel- oder Nordamerika nach. (dpa/swi)