München. Hyundai Mobis fertigt sowohl in Tschechien als auch in der Slowakei auf dem Gelände der Autowerke Module. Hyundai Mobis- Chef Myung-Chul Chung kennt die Region gut, hat er doch früher die slowakische Kia-Fabrik geleitet. Abgesehen von dem neuen Scheinwerferwerk werden auch die Aktivitäten in der Slowakei erweitert. Der Zulieferer Hyundai Dymos wiederum, der auf dem Gelände von Hyundai in Tschechien Sitze produziert, wird sich auch in Kia- Nachbarschaft in der Slowakei ansiedeln und dort mehr als 280 Arbeitsplätze schaffen. Das erste Kia-Modell mit Dymos-Sitzen wird die nächste Generation des Sportage sein. Aktuell bezieht Kia Sitze von Johnson Controls. Teile für Hyundai Dymos wird die Firma Hyunnam, die bislang nur ein Lagerhaus in Tschechien betreibt, produzieren. Laut Yoo Jeol Lee, Chef von Hyunnam Czech, wird der neue Standort im slowakischen Krásno nad Kysucou auf halber Strecke zwischen beiden Autowerken angesiedelt. Kunststoffteilehersteller Hanil E-Hwa betreibt heute zwei Standorte in der Slowakei und einen in Polen. Nahe der tschechischen Grenze entsteht in Polen ein neues Werk, das Teile für den Nachfolger des Hyundai ix35 fertigen wird.
Neue Werke
Koreas Zulieferer drängen nach Europa
Gleich zwei Mal ist der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka im Sommer angetreten, um Investitionsverträge mit großen südkoreanischen Zulieferern zu unterschreiben. Reifenhersteller Nexen wird ein neues Werk nahe Žatec errichten. In der ersten Phase sollen rund 829 Millionen Euro investiert und mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Hyundai Mobis wiederum wird bis zu 145 Milliarden Euro in die Produktion von Scheinwerfern in der Industriezone Ostrava-Mošnov im Nordosten Tschechiens investieren. Die Fabrik, die 2017 in Betrieb gehen soll, wird zunächst 600 Mitarbeiter beschäftigen, 2021 will man weitere 300 Jobs schaffen. Mit dem Bau der Autowerke von Hyundai im tschechischen Nošovice und Kia nahe des slowakischen Žilina haben die Koreaner auch eigene Zulieferer mitgebracht. Diese sind in Tschechien, der Slowakei und zum Teil auch in Polen angesiedelt. Doch die Expansion der koreanischen Zulieferer geht weiter. Neue Werke sollen Teile fertigen, die bisher aus Korea importiert oder in Europa von nichtkoreanischen Lieferanten produziert wurden.
Europäische Kunden
Während die meisten Koreaner primär an Hyundai und Kia liefern, bemühen sie einige auch um Aufträge anderer Autofirmen. So fertigt etwa Hanil E-Hwa in der Slowakei kleine Kunststoffteile für die VW-Modelle Up und Golf, aktuell wird die Produktion für die Marke Audi vorbereitet. Die Firma Dongwoo produziert in ihrem slowakischen Werk teilweise für den Golf. Auch die Scheinwerfer von Hyundai Mobis sollen laut Angaben koreanischer Medien zum Teil an europäische Autohersteller geliefert werden.