Im Fuhrpark der Queen stehen Range Rover, Bentley, Jaguar und Rolls-Royce. Mal ehrlich, würden Sie da abdanken? Fast allen diesen Marken hat sie ihren "Royal Warrant" verliehen. Doch Elizabeths Herz schlägt für ein anderes Fahrzeug. Ob sitzend hinterm Steuer in Balmoral, ob stehend im Fond in Tobruk, Nigeria oder Australien. Es begleitet sie seit Beginn ihrer Regierungszeit. Doch jetzt ging es in den Ruhestand, vor ihr, mit lächerlichen 67 Jahren. Das hätte man besser absprechen müssen. Solche Entscheidungen kann man doch nicht irgendwelchen Regulierern überlassen. Das Streichen der seitlichen Sitzbänke im Fond war noch zu verschmerzen. Aber beim Fußgängerschutz, Feinstaub oder CO2 hätte man in Brüssel doch mal wegschauen können, bei gerade mal 10.000 Neuzulassungen in Europa im vergangenen Jahr. Wenn dieser bürokratische Akt mal nicht zum Bumerang wird, wenn Her Majesty’s Untertanen zur Referendums-Urne gehen. Wenn es um Traditionen geht, kennen sie auf der Insel keine Gnade.
Denn nichts sollte einen Landy stoppen. Wenn die Straße zu Ende ist, beginnt die Reise. Wen interessiert da schon Sicherheit und Komfort, Geräuschpegel oder Verarbeitung? Der ADAC bezeichnete ihn als rustikale Fahrmaschine ohne Konkurrenten. Ein paar Lektionen für Autobauer hat er allerdings. Die Entwicklungskosten waren wohl schon zu Churchills zweiter Amtszeit abgeschrieben. Eine Produktgeschichte musste keiner erfinden – die Story schrieb das Auto selbst. Und was nicht eingebaut wird, kann weder kaputtgehen noch Schaden anrichten. Denken Sie nur an Takata oder Volkswagen. Nicht umsonst lautet ein beliebter Spruch bei Defender-Fahrern: Tue nichts mit Software, was Du auch mit einem Bowdenzug tun kannst. Von seinem Restwert träumen alle. Die Preise der noch laufenden 1,5 Millionen Fahrzeuge steigen täglich. Denn ein Landy wird nicht verschrottet. Er wird wieder aufgebaut. Die Jungs in Solihull haben sicher noch einen neuen für die Queen gebaut. Der hält dann für die weiteren Jahre ihrer Regentschaft. Gleich wie viele es noch werden. Sorry Charles.