Stuttgart. Der Dieselmotor steht zwar nach der Wolfsburger Abgasaffäre heftig in der Kritik, doch Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber lässt auf ihn nichts kommen: "Aus unserer Sicht sind Selbstzünder unverzichtbar, wenn der verkehrsbedingte CO2-Ausstoß weiter sinken soll." Um seine Klimaziele zu erreichen und zugleich die Zukunft des Dieselmotors zu sichern, hat Mercedes jetzt eine neue Motorenfamilie entwickelt, die mit dem Zweiliter-Vierzylinder OM 654 ihren Einstand in der neuen E-Klasse gibt. Mit diesem E 220 d steigt die Leistung von 170 auf 194 PS, während der Verbrauch um rund 15 Prozent zurückgeht.
"In diesen Triebwerken steckt über 80 Jahre Diesel-Know-how von Mercedes-Benz", sagt Weber und rühmt die auf weltweit alle künftigen Abgasvorschriften ausgelegten Aggregate als sparsamer und stärker, leichter und kompakter. Dafür haben die Schwaben zum ersten Mal bei einem Vierzylinder-Diesel das gesamte Gehäuse aus Aluminium gegossen und so gemeinsam mit der Verkleinerung des Hubraums um 0,2 Liter rund 17 Prozent Gewicht und obendrein viel Bauraum gespart. Ebenfalls neu: Stahlkolben mit Stufenmulden-Brennverfahren, eine Zylinderabschaltung und die Common-Rail-Einspritzung der vierten Generation mit Drücken von bis zu 2050 Bar. Außerdem wurde die Reibung um 25 Prozent reduziert.
Damit die neuen Diesel die CO2-Bilanz schnell positiv beeinflussen, hat Mercedes die Schnittstellen im Fahrzeug vereinheitlicht. So soll die modulare Familie in mehreren Leistungsstufen für Längs- und Quereinbau in Modellen mit Front-, Heck- oder Allradantrieb breite Verwendung im gesamten Portfolio finden.