Genf. Bunter, lauter, größer – mit immer mehr Aufwand haben BMW, Audi, Mercedes & Co. in den vergangenen Jahren ihre Messeneuheiten präsentiert, komplette Hallen gemietet und auf eigens konstruierten Teststrecken zur Probefahrt geladen. Während kleinere Hersteller auf der IAA, in Detroit oder Schanghai im Wettbewerb um die spektakulärste Show meist untergehen, ist die Gefahr in Genf gering. Die Messefläche ist mit 106.000 Quadratmetern übersichtlich, die Größe der Standflächen sowie die Art der Aufbauten reglementiert. Daher war die Messe bislang besonders für kleinere Autobauer interessant. Doch wird auch Genf künftig mehr bieten müssen als sich im Kreis drehende Autos, da Hersteller vermehrt dem Messetrubel entfliehen und eigene Veranstaltungen organisieren.
Die BMW-Tochter Mini ist 2016 nicht in Genf dabei. "Wir wollen uns künftig auf ausgewählte Automessen und andere Eventformate konzentrieren", sagt ein Sprecher. Man wolle vermehrt die relevanten Zielgruppen erreichen.
Auch Volvo hat seine Messepräsenz bereits deutlich verringert. Zwar präsentiert der schwedische Autohersteller in Genf zwei Weltpremieren, konzentriert sich aber in Zukunft vor allem auf eigens organisierte Veranstaltungen wie das "Volvo Forum". Dort werden die Fahrzeuge auch auf nicht automobilen Veranstaltungen wie Freizeitmessen, Segelregatten oder Kunstevents ausgestellt. "Wir gehen direkt auf unsere potenziellen Kunden zu und zeigen ihnen dort, wo sie gerade sind, was die Marke Volvo zu bieten hat", sagt Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Deutschland.