München. Jede noch so kleine Nachricht aus dem Silicon Valley wird zurzeit zur "Big News". Die Automobilbranche richtet ihre Aufmerksamkeit immer stärker auf das Hightech-Epizentrum in Kalifornien, rätselt über die Pläne der IT-Giganten Apple und Google und beschleunigt die eigenen Entwicklungen weiter – aus Angst, ins Hintertreffen zu geraten. Damit gingen Mercedes & Co. den Newcomern auf den Leim und ließen sich von den Internetkonzernen vor den Karren spannen, urteilt die Münchner Management-Beratung Berylls in einem Strategiepapier.
Dass es eines Tages tatsächlich ein Auto von Apple oder Google geben wird, hält Berylls-Partner Andreas Radics für äußerst unwahrscheinlich: "Automobile zu bauen, zu vertreiben und vor allem auch den Service anzubieten, ist definitiv nicht das Kerngeschäft von Apple & Co." Angesichts der bestehenden Anbieterstrukturen, des Investitionsbedarfs, von Überkapazitäten und Margenaussichten werde es das auch künftig nicht werden.
Dass sich das Silicon Valley trotzdem fürs Auto interessiert, liegt an der Zeit, die wir alle darin verbringen. Das sei brachliegendes Potenzial für Unternehmen, die von der Mediennutzung leben: "Wer den medialen Zugang zum Fahrer hat, dem winkt Mehrgeschäft durch Daten, Apps, Verkauf von Inhalten, Werbung und das Generieren von Nutzungsdaten – ein Milliardenmarkt."