Krise war immer. Nach beiden Weltkriegen hatte BMW kein Produkt. Sogar der Verkauf des Unternehmens drohte Ende der 50er-Jahre mangels der richtigen Produkte. Und 40 Jahre später hatte man auf der Insel einige falsche Produkte erworben. Immer wieder während der vergangenen 100 Jahre kam der weiß-blaue Propeller ins Stottern. Das Bewusstsein, wir können auch scheitern, hat sich festgesetzt in der DNA der Bayerischen Motoren Werke. Wahrscheinlich werden in München gerade deshalb Entscheidungen viel konsequenter hinterfragt als anderswo. Gestärkt hat dies ganz sicher das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit von BMW, Krisen schnell und langfristig zu überwinden. Mit einer Organisation, die den permanenten Wandel im System nicht nur integriert, sondern auch kontrolliert. Von den Quandts bis hin zum Verkäufer im Autohaus. Denken Sie nur an die kompromisslose Altersgrenze im Vorstand oder die Aufgabe eines jeden neuen CEOs, seine eigene Strategie für die BMW Group zu formulieren.
Gene von BMW findet man überall in der Autobranche. Aber die DNA eines Unternehmens kann man nicht kaufen. Im Vierzylinder hört man es gerne, wenn man als Apple unter den Autobauern bezeichnet wird. Aber braucht BMW Apple als Vorbild? Haben die Münchner nicht über Jahrzehnte bewiesen, dass man disruptive Innovationen beherrscht? Und Premium haben sie selbst erfunden. So sieht es wohl auch ein erfolgreicher Händler, wenn er sagt: "BMW hat die Zukunft immer gut antizipiert." Genau das tun sie mit unternehmerischer Überzeugung im Sinne der "Next 100 Years". Angefangen bei BMW i bis hin zur Startup Garage. Doch passt es dazu, Subventionen für Elektroautos zu fordern, um den Verkauf des i3 anzukurbeln? An einem runden Geburtstag lohnt sich vielleicht der Blick zurück. Mit der Isetta, einem ähnlich mutigen Mobilitätskonzept, erwirtschaftete man schon mal die Hälfte des Konzernumsatzes. Und zu dieser Zeit war es auch nicht der Staat, der BMW gerettet hat. Sondern die Händler.