Nideggen. "Unbefriedigend" nannte jüngst der neue PSA-Generaldirektor Alberic Chopelin die Absatzentwicklung der Marke Peugeot in Deutschland. Im vergangenen Jahr lagen die Franzosen hierzulande im Schnitt bei gerade mal 1,8 Prozent Marktanteil – eine Zahl, die das Autohaus Müllejans bei Weitem übertrifft: Zwischen acht und zehn Prozent liegt der Marktanteil im Stadtgebiet Nideggen, wo Hans und Willi Müllejans das Peugeot-Autohaus in dritter Generation führen.
"Wir sind ein klassischer Familienbetrieb", sagt Willi Müllejans. Der 49-Jährige, der sich im Autohaus um das Werkstattgeschäft kümmert, teilt sich die Geschäftsführung mit seinem Bruder Hans (58). Dieser ist ebenso wie sein Bruder Kfz-Meister und verantwortet den Vertrieb. Dritte im Bunde ist Maria Breuer, die Schwester der Geschäftsführer, die sich um die Verwaltung und die gesamte Buchhaltung kümmert. Auch die nächste Generation ist bereits im Autohaus vertreten: Hans' Sohn Stefan, ebenfalls Kfz-Meister, arbeitet derzeit im Verkauf.
Das Einzugsgebiet des 1927 gegründeten Betriebs erstreckt sich zwischen Aachen, Düren und Euskirchen. In Kornelimünster und Aldenhoven gibt es zwei Partnerbetriebe. „Den Löwenanteil der Neuwagen verkaufen wir selbst, der Rest wird von den Partnern vermittelt“, sagt Werkstattchef Willi Müllejans. Internetvermittlungsportale für Neuwagen nutzt das Autohaus nicht, online werden Neuwagen nur auf der eigenen Website angeboten. Das Traditions-Autohaus hat einen hohen Stammkundenanteil: „Wir sind hier im ländlichen Raum, da kommen die Leute zu uns, auch unabhängig von der Marke“, sagt der Geschäftsführer.
Großen Wert legen die beiden Kfz-Unternehmer auf die Pflege der Nachkontakte. Nicht ohne Grund können sie sich daher über Kundenzufriedenheitswerte um die 95 Prozent freuen. Das gute Verhältnis zu ihren Kunden zu pflegen, ist für die Müllejans eine Selbstverständlichkeit – da halten es die beiden Brüder mit dem hauseigenen Motto, stets „eine Spur sympathischer“ zu sein. „Dazu gehört auch, dass wir faire Preise haben“, sagt Willi Müllejans. Davon profitieren neben den Stammkunden auch Ausflügler und Urlauber in der Region, die den Nationalpark Eifel und den Rursee, einen der größten Stauseen Deutschlands, besuchen.
Unfallreparaturen sind „ein wichtiges Standbein“. Daher gibt es neben der eigenen Karosserie- und Lackierwerkstatt auch eine eigene Autovermietung, einen Abschleppdienst und eine Portalwaschanlage. „So erhält der Kunde von der Bergung über das Abschleppen bis zum Instandsetzen des Autos alles aus einer Hand“, sagt Müllejans. Neben dem kostenlosen Werkstattersatzfahrzeug bei Wartung und Reparatur gibt es auch die abschließende Autowäsche für jedes Kundenfahrzeug – „ein Service, der sehr gut ankommt“, sagt Müllejans. Vor einigen Jahren investierten die Brüder in eine Direktannahme. „Ziel ist es, jedes Fahrzeug in die Direktannahme zu bringen“, so der Werkstattchef. Die Erfahrung zeige, dass Serviceleistungen besser zu verkaufen seien, „wenn der Kunde den Bedarf selbst sieht“. Die in der Branche zunehmenden Klagen, dass auch im Service die Erträge wegbrechen, teilt Müllejans nicht: „Hier stimmen die Kennzahlen noch.“