Schanghai. Doch auch mit den herkömmlichen Triebwerken verkauft Porsche immer höhere Stückzahlen in der Volksrepublik. Das Land ist inzwischen nach den USA zum zweitwichtigsten Markt für den Stuttgarter Autobauer geworden. 47.000 Einheiten wurden im vergangenen Jahr abgesetzt. Dabei sind zwar die Viertürer, also Cayenne, Macan und Panamera, klar die Bestseller. Doch die reinrassigen Sportautos machen immerhin 13 Prozent der Verkäufe aus. Was den Absatz zweitüriger Sportwagen angeht, liegt China somit auf dem vierten Platz im Unternehmen. „Wir werden in China generell als Sportwagenhersteller wahrgenommen. Das ist seit den Anfängen 2001 so“, sagt Maier. Damals habe man im ersten Jahr 236 Autos verkauft. Den großen Durchbruch habe die Einführung des Cayenne, der seit 2002 gebaut wird, und später der Panamera gebracht. „Beide Modelle wurden als sportlichste Vertreter ihrer Zunft akzeptiert. Deshalb war das Interesse von Anfang an enorm gut“, sagt Maier. Das macht sich heute auch in der Zahl der chinesischen Handelsbetriebe von Porsche bemerkbar. Derzeit sind es 79, in zwölf Monaten werden es um die 100 sein. Damit die Kunden ihr schnelles Auto tatsächlich auch genießen und voll ausfahren können, baut Porsche derzeit in Schanghai ein sogenanntes Experience Center mit Sportfahrschule und 1,6-Kilometer- Strecke. Eröffnet wird 2016. Besonders interessant dann für die Porsche-Klientel: „Ein direkter Zugang zum Formel-1-Circuit, der bei Bedarf angemietet werden kann“, freut sich der Marketingvorstand. Ähnliche Centren gibt es bereits in Leipzig, Silverstone und Atlanta. Ein weiteres Fahrzentrum öffnet in wenigen Wochen in Le Mans, Los Angeles folgt nächstes Jahr, Istanbul und Moskau sind in der Planung.
Reich der Mitte
Hybrid-Porsche für China
Umweltfreundliche Fahrzeuge stehen im Reich der Mitte im Mittelpunkt. „In China werden Plug-in-Hybridantriebe in Zukunft eine enorme Bedeutung bekommen“, sagte Bernhard Maier, Porsche-Vorstand für Vertrieb und Marketing, im Gespräch mit der Automobilwoche. „Das gilt auch für uns als Sportwagenhersteller.“ Der Topmanager nennt die gesetzlichen Voraussetzungen in China, die Probleme mit der Energiebeschaffung sowie die Luftverschmutzung als Gründe für diese Entwicklung.