Dublin. "Welche Revolution kommt nach dem autonomen Fahren?" – "Können Autos bald sogar fliegen?" – Verrückte Fragen, die mancher Automanager als Hirngespinst abtun mag. Aber junge Gründer bekommen bei solchen Themen leuchtende Augen. "Das ist es doch, was uns antreibt", sagt Steve Gerber, Entwickler und Programmierer aus London, der beim Web Summit in Dublin einer Diskussion zum vernetzten Auto zuhört. Der Web Summit ist das ganz große Klassentreff en der Start-ups. Was im Jahr 2010 mit 400 Entwicklern begann, hat sich zu einem Megaevent mit 40.000 Teilnehmern entwickelt. In nur fünf Jahren.
Und es sind nicht nur die kleinen Softwarebuden dabei, sondern auch Audi und Ford. Denn der Bedarf, sich mit den jungen Wilden auszutauschen, ist immens. Der Kampf um Aufmerksamkeit ist hart. "Nur wer verrückte Ideen hat, macht auf sich aufmerksam", sagt Gerber. Er wollte gern seine Ideen zu einer Mobilitäts-App in Dublin vorstellen. Aber er bekam keinen Platz mehr als Aussteller. Zu schnell waren alle Stände vergeben. "Trotzdem lasse ich es mir nicht entgehen, die Konkurrenz zu beobachten."
Die Start-up-Szene zu beobachten ist auch für Autobauer zur Pflicht geworden. Denn wer das nächste große Thema verpasst, verpasst den Anschluss. Und verspielt womöglich seine Zukunft.
"Start-ups sind für uns Impulsgeber. Viele agieren disruptiv. Und für Audi ist es wichtig, sich vom Status quo zu lösen, um Dinge ganz neu zu denken", sagt Sven Schuwirth, der bei Audi für die Markenstrategie und das digitale Geschäft zuständig ist. "Start-ups leben eine positive und konstruktive Fehlerkultur sowie eine sehr zielgerichtete Herangehensweise vor."