Eigentlich war es ein ganz normaler Auto- Salon. Gezeigt wurde alles oder nichts, wie bei Borgward. Vom kleinen Opel Karl bis hin zum Audi R8 e-tron. Der Elektro-Sportwagen könnte sich aber in französischsprachigen Gegenden, wie in Genčve, etwas schwertun. Googeln Sie mal die Übersetzung von „étron de chien“. Google und Apple schwebten sowieso über allem, auch wenn die Exponate der IT-Giganten noch fehlten. Doch dafür hatte Tesla, der dritte Disruptor der Branche, zum ersten Mal seine dunkle Hallenecke verlassen. Das zeugt von Selbstbewusstsein.
Auch der beliebte Klassiker „Gorillas im Nebel“ begann pünktlich nach der Mittagspause auf der großen Bühne. Wie immer setzte sich der „Silberrücken“, gefolgt von seiner Gruppe, mit breiter Brust in Richtung der Marke in Bewegung, die man als Bedrohung empfindet. Das Ziel war der silbergraue Hyundai Tucson. Ein SUV, gezeichnet von einem ehemaligen VW-Designer. Es folgte ein prüfender Blick des Vorstandsvorsitzenden in die Runde der Standbesucher. Ein sicherer Griff in den Fußraum der Fahrerseite, und die Motorhaube sprang leicht nach oben. Die Formation schob sich sofort geschlossen zur Front des Fahrzeugs. Der Chef fingerte nach der Entriegelung der Haube, verfolgt von angespannten Blicken aus seiner Gruppe. Und plötzlich war die Haube oben. Es wurde genickt und gemurmelt, auf Kunststoff geklopft und mit einem flugs aus der Tasche gezogenen Magneten die Werkstoffe geprüft. Mit einer kraftvollen Armbewegung wurde der Motorraum wieder geschlossen, bevor man sich in der bekannten Grundformation den Weg vom Stand durch die murmelnde Menge bahnte. Ein neuer YouTube-Hit ŕ la „Da scheppert nix“ wird es nicht werden. Diesmal war ein entschlossenes „ein paar Stellen finden wir schon noch“ von Martin Winterkorn in Richtung des Deutschland-Chefs von Hyundai zu hören. Wohl auch, um keinerlei Zweifel an der technologischen Rangordnung aufkommen zu lassen.