München. Die Ausbildungen der Kfz-Mechatroniker oder Automobilkaufleute erfordere keine sprunghafte Veränderung, sondern eine Fortsetzung der kontinuierlichen Anpassung. Begonnen habe dieser Weg schon mit dem Wechsel vom Kfz-Mechaniker zum Kfz-Mechatroniker im Jahr 2003. Zehn Jahre später habe die Neufassung des Ausbildungsrahmenplans für diesen Beruf die Lehrinhalte weiter in Richtung Elektronik und Elektrik verschoben. Zudem trage die Möglichkeit zur Spezialisierung der Digitalisierung Rechnung. So sei im Jahr 2013 der neue Schwerpunkt „System und Hochvolt“ eingeführt worden. Im Bereich der Automobilkaufleute werde derzeit der neue Ausbildungsrahmenplan erarbeitet, der zum 1. August 2016 in Kraft treten soll und Trends wie Onlinehandel oder die Nutzung digitaler Medien im klassischen Verkauf berücksichtigen dürfte. Das konkrete Produktwissen können letztlich nur die Hersteller als Entwickler der jeweiligen Innovationen an Werkstätten und Handel weitergeben. Das können neue Diagnosesysteme für neue Funktionen im Fahrzeug sein, neue Touchscreens oder Online- Tools für den Verkauf. Hier sind es die Hersteller, die Bedienungshinweise oder auch Trainings dazu anbieten. Bei einem anderen Aspekt sind die Azubis aus der Generation der Digital Natives den Ausbildungsrichtlinien und Ausbildern manchmal auch voraus: Im Umgang mit Tablet-Computern, Smartphones und sozialen Medien „können wir vielleicht sogar noch etwas von den Azubis lernen“, sagt Birgit Behrens. Dort sollten die Ausbilder keine Berührungsängste haben.
Ausbildung
Keine Angst vor den rollenden Computern
Auf die zunehmende Digitalisierung muss auch die Ausbildung im Kfz-Gewerbe reagieren. Dem Begriff „Kfz-Gewerbe 4.0“ steht Birgit Behrens aber sehr skeptisch gegenüber. Die für Berufsbildung zuständige Geschäftsführerin des ZDK sieht in der zunehmenden Vernetzung keine Revolution, sondern eher eine Evolution, in der die Branche sich schon lange befinde.