New York. Wie sich die Aufmerksamkeit einer der Autoindustrie völlig fremden Sphäre – in diesem Fall die der Kunstszene – erregen lässt, demonstriert BMW seit nunmehr 40 Jahren beispielhaft mit der Art-Car-Sammlung des Unternehmens. Bereits 17 Künstlerinnen und Künstler haben sich seit 1975 mit einem BMW-Modell verwirklicht, jetzt wurden in New York die beiden nächsten Kreativen für diese Aufgabe nominiert.
Die Chinesin Cao Fei und der US-Amerikaner John Baldessari werden die Art Cars Nummer 18 und 19 gestalten. "Die Sammlung ist das Aushängeschild des kulturellen Engagements der BMW Group – die Fahrzeuge stehen für die Kombination von neuester Technologie mit inspirierender Kunst", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson bei der Veranstaltung im Guggenheim Museum in New York.
Als Basis für ihre Arbeit erhalten beide Künstler einen BMW M6 GT3. Das Fahrzeug ist vom nächsten Jahr an das BMW-Topmodell für den Kundensport. "Das wird ganz sicher mein bislang schnellstes Kunstwerk", scherzte Baldessari. Die beiden neuen Art Cars sollen nämlich nicht nur im Museum stehen, sondern auch auf der Rennstrecke eingesetzt werden.
Dort nahm die inzwischen – allein schon wegen ihrer Marketing- und Image-Wirkung – praktisch unbezahlbare Serie von Art Cars auch ihren Anfang. 1975 nämlich suchte der Kunstauktionator Hervé Poulain ein möglichst rasantes Auto, um damit am 24-Stunden-Rennen in Le Mans teilzunehmen. Er bot sich als Fahrer im Paket mit seinem Künstlerfreund Alexander Calder an, der den Rennwagen in ein Unikat verwandeln sollte. Renault winkte ab, BMW ließ sich auf den Deal ein. Und gewann, denn der knallbunte BMW 3.0 CSL fiel auf wie kein anderes Auto. Künstler wie Frank Stella, Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Jeff Koons setzten die Serie bis heute fort.