Ingolstadt. Mehr als zwei Monate vor dem Messedebüt auf der IAA zieht Audi das Tuch vom neuen A4. Die neunte Generation der Mittelklasselimousine, intern daher B9 genannt, soll wie ihr Vorgänger Bestseller der Marke bleiben. Auch darum änderten die Ingolstädter das Design nur behutsam. Am meisten dürfte die Front mit ihren gezackten Scheinwerfern (optional in Matrix-LED-Technik) auffallen. Die Haube spannt sich nun weit über die Kotflügel. Der B9 ist Audis zweites Modell nach dem Q7, das auf dem Modularen Längsbaukasten MLB evo basiert. Passagiere im Fond haben durch den zusätzlichen Raum mehr Beinfreiheit. Trotz etwas größerer Abmessungen – 2,5 Zentimeter in der Länge, 1,6 in der Breite – gelang es den Entwicklern, die Limousine um 110 und den Avant um 120 Kilogramm gegenüber den Vorgängerversionen abzuspecken.
Der B9 ist der leichteste Vertreter im Segment. Und dies, obwohl bei den Außenblechen kein Aluminium verwendet wurde, mit Ausnahme der Heckklappe des Avant. Der Leichtbau lässt als Sekundäreffekt nun auch einen kleineren Antrieb zu. Erstmals sitzt in einem A4 ein 1,4-Liter-Vierzylinder (150 PS). Einen Dreizylinder wird es allerdings nicht geben, sagt Projektleiter Burkhard Wiegand. Brandneu ist der 2.0 TFSI mit dem Miller-Cycle-Brennverfahren. Die Beatmungstechnik macht das 190-PS-Aggregat mit 4,8 Liter Normverbrauch je 100 Kilometer und 109 Gramm CO2-Ausstoß je Kilometer zum sparsamsten Benziner seiner Klasse. Den Diesel-TDI soll es auch in der auf Effizienz getrimmten „ultra“-Version geben. „Wir schaffen hier bei der Limousine den CO2-Wert von 95 Gramm“, sagt Wiegand.
Plug-in-Hybrid nicht vor 2017
Noch sparsamer werden Ende 2016 die Erdgas-Variante g-tron und der A4 als Plug-in-Hybrid e-tron. Die Multitronic streicht Audi aus dem Programm. Sie wird durch das Doppelkupplungsgetriebe DL 382 ersetzt. Nur der A4 mit dem V6 TDI erhält die Achtstufenautomatik von ZF. Im Interieur will Audi die Qualität weiter erhöhen. Hier wirkt der A4 fast wie ein kleiner A8. Verarbeitung und Haptik liegen über dem Niveau der Konkurrenz. Der A4 kann zudem optional mit dem virtuellen Cockpit bestellt werden, das bislang TT und Q7 vorbehalten war. Ebenso findet sich erstmals ein Head-up-Display in der Preisliste. Für die Smartphone-Nutzung samt Internetverbindung im Auto ist gesorgt. Dem A4-Kunden stehen Hotspot, Apps, LTE, Smartphone-Anbindung über iOS und Android, kabelloses Laden des Handys und eine Sprachsteuerung zur Verfügung, die alltägliche Formulierungen verstehen soll.