München. Die Modelle unterscheiden sich heute deutlicher denn je von der japanischen Konkurrenz. Das Styling ist sportlicher und – viel wichtiger – überzeugt durch gute Proportionen. Beim Fahrgefühl zahlt sich der 2012 vollzogene Wechsel auf die komplett neue Chassis- und Antriebsarchitektur Skyactiv aus. Die Modelle werden dadurch leichter, leiser, agiler, sparsamer und sicherer. Japans viertgrößter Fahrzeughersteller verkaufte im vergangenen Jahr in Europa 175.000 Autos, ein Plus von 19 Prozent. Auf dem deutschen Markt ging es 16,7 Prozent nach oben. „Unser Marktanteil stieg seit 2012 von 1,5 auf 1,7 Prozent“, sagt Mazdas Deutschland- Chef Josef A. Schmid. Dies ist hauptsächlich dem CX-5 zu verdanken. Das kompakte SUV, seit April 2012 auf der Straße und Mazdas erstes Skyactiv-Modell, wurde hierzulande auch das meistverkaufte. Für dieses Frühjahr steht eine Modellüberarbeitung an – und einige Monate später Verstärkung von unten. Im Juni schickt Mazda den kleineren Bruder CX-3 an den Start. Schmid sieht für das Segment kleiner SUVs derzeit das größte Potenzial. Zurückhaltender ist er, wenn es um die Erneuerung der Ikone MX-5 geht. Der Roadster reanimierte Anfang der 90 er-Jahre die Welt der Cabrios, wurde zum Inbegriff von Coolness und puristischem Fahrspaß und verkaufte sich knapp eine Million Mal. Weltrekord. Im Herbst steht nun die Einführung der vierten Generation des Zweisitzers an. Doch der Markt für Roadster ist derzeit sehr schwierig. Lifestyle drücken Autofahrer heute eher über hochbeinige Crossover und SUVs aus. Mazda hat sich daher die Entwicklung des MX-5 mit Fiat Chrysler Automobiles (FCA) geteilt. Ein Ableger des japanischen Roadsters soll unter der Marke Abarth verkauftwerden. Trotz der Widrigkeiten will Mazda 2017 einen weiteren MX-5 nachreichen. Es soll sich um eine Art Targa-Version handeln. Für 2016 sind drei leistungsstarke MPS-Modelle (Mazda Performance Series) vorgesehen: der Mazda3 sowie der Mazda6 als Limousine und als Kombi. Unter der Haube steckt jeweils ein neuer 2,5-Liter-Vierzylinder- Skyactiv-Turbo mit über 300 PS. In den MPS-Modellen wird dieser Motor mit Allrad kombiniert. Das Power-Paket soll auch im neuen CX-9 zum Einsatz kommen und hier den betagten, noch aus Ford-Zeiten stammenden 3,7-Liter-V6-Sauger ersetzen. Den CX-9 will Mazda jedoch nicht in Westeuropa verkaufen, sondern stattdessen eine verlängerte CX-5- Version mit sieben Sitzen anbieten, die CX-7 heißen wird. Sie soll den Van Mazda5 ersetzen, der dieses Jahr ausläuft. In der Pipeline befindet sich das nächste sportliche Wankel-Modell. Geplant ist ein zweisitziges Coupé mit Hybridtechnik. Reanimierter Name: RX-7. Als zweiter Exot befindet sich ein Vierzylinder- HCCI-Motor in der Entwicklung, ein hochverdichteter (18:1) Zwitter aus Diesel und Benziner. Debüt: vermutlich 2018. „Wir kommen mit dem HCCI-Motor aber erst, wenn er bei Teillast 30 Prozent weniger als ein heutiger Skyactiv- Benziner verbraucht“, sagt Kenichiro Saruwatari, Entwicklungschef aus dem Forschungs- und Entwicklungszentrum von Mazda in Oberursel.
Neuauflage des Roadsters MX-5
Mazda will zurück in die Erfolgsspur
An ausgefallenen Begriffen mangelt es den Marketingstrategen von Mazda nicht. Da ist von Kodo-Design die Rede, das mit der „geschmeidigen Bewegungen einer Raubkatze in freier Wildbahn“ erklärt wird. Oder es geht um Jinba Ittai, der Harmonie von Ross und Reiter. Begriffe wie Erklärungen gleichermaßen dürften manchen Europäer zunächst irritieren, eines vermitteln sie aber genau: Die Marke Mazda ist im Wandel.