Peking. „Die bisherigen Regeln haben die Autobauer einseitig bevorteilt“, sagt Yale Zhang von Automotive Foresight in Schanghai. Nach dem ersten Entwurf der neuen Verordnung seien zum Beispiel einjährige Verträge mit Händlern nicht mehr möglich, so Zhang. Vorgesehen sei eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren. „Die neuen Regeln werden den Autohändlern mehr Verhandlungsspielraum geben“, sagt Zhang – zum Beispiel wenn es darum geht, sich gegen zu hohe Lieferungen zu wehren. Dabei waren die chinesischen Autohäuser schon zum Jahreswechsel mit ihrem Protest gegen zu hohe Absatzziele und daran gekoppelte Bonuszahlungen erfolgreich. Zum Erreichen dieser Ziele mussten laut Händlerverband CADA hohe Rabatte gewährt werden, was den Gewinn belastete. Die aufgebrachten Unternehmer wurden von den deutschen Premiumherstellern mit Sonderzahlungen entschädigt. BMW zahlte laut CADA 5,1 Milliarden Yuan, was zum Jahreswechsel rund 680 Millionen Euro entsprach. An Audi-Händler flossen laut Reuters zwei Milliarden Yuan und an die Mercedes-Betriebe eine Milliarde. Die erfolgreiche Rebellion der chinesischen Händler beeindruckt auch ihre deutschen Kollegen. Erst „der Zusammenhalt aller chinesischen BMW-Händler“ habe „letztlich den Automobilhersteller dazu veranlasst, diese außerordentlich hohe Kompensation zu zahlen, weil die von dem Hersteller verlangten Verkaufsziele schlicht nicht realistisch waren. Das ist beispielhaft und sollte uns ein Vorbild sein“, sagte Wilfried Blöbaum, Sprecher des Fiat-Händlerverbands.
Vorbild für Fiat-Partner
China will die Händler stärken
Im wichtigen Wachstumsmarkt China flossen zuletzt Sonderzahlungen in Milliardenhöhe, um entrüstete Händler zu besänftigen. Und schon bald wird im Machtkampf zwischen Herstellern und Handel das Pendel noch stärker zur Seite der Händler ausschlagen, eine entsprechende Verordnung soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.