Vebier. Die längste Tradition im Ski- Marketing reklamiert Audi für sich: Seit über 30 Jahren sind die Bayern Partner des Deutschen Skiverbands und haben in dieser Saison rund 180 Skigebiete in den Alpen zum „Home of quattro“ gemacht. Dabei geht es Marketingchef Giovanni Perosino, dessen Wintersport- Etat nur vom Fußballbudget übertroffen wird, vor allem um den Erlebnischarakter. Deshalb kombiniert Audi das Engagement zum Beispiel mit Fahrertrainings, hat in St. Moritz eine eigene „quattro bar“ an der Skipiste eröffnet und für den Nachwuchs Übungsparcours entwickelt, wo Kinder sich beim Skirennen wie ein Pistenprofi fühlen können. Auch BMW ist in den Bergen präsent: Von Hafjell in Norwegen bis zur Sierra Nevada in Spanien kooperieren die Münchner mit rund zwei Dutzend Wintersport- Orten. Dort haben sie 40 Fahrzeuge auf und an die Pisten geschafft, in den vergangenen vier Jahren einen eigenen xDrive-Cup mit zuletzt 65.000 Teilnehmern etabliert und die Abfahrten in 20 Skigebieten mit speziellen Radarfallen bestückt, die statt ärgerlichen Polizeifotos sympathische Souvenirbilder liefern. Mercedes wiederum hat Probefahrt-Parcours in Kitzbühel und im Skigebiet Lech Zürs eingerichtet.
Wirkung bis zum Aprčs-Ski
Das Engagement der Hersteller ist allerdings ein zweischneidiges Schwert, sagt Sven Henkel, der an der EBS Business School in Wiesbaden das Automotive Institute for Management (AIM) leitet. Es biete sich für einen Fahrzeughersteller zwar an, Allradkompetenz dort zu demonstrieren, wo diese vonnöten ist. Doch hat der Professor Zweifel, ob davon alle Marken profitieren: Die starke Zunahme der Sponsoring-Aktivitäten in Skigebieten führe letztlich zu einer Austauschbarkeit, mahnt der Professor: „Der Kunde weiß, dass am Skilift ein Auto gezeigt wurde. Aber im Zweifel hat er bis zum Aprčs-Ski die Marke schon wieder vergessen.“