Hannover. Die Trendthemen Industrie 4.0 und Additive Fertigung finden sich unter dem Dach der beiden „Leitmessen“ Industrial Automation und Digital Factory. Den Besuchern, die speziell diese beiden Bereiche besuchen wollen, geben die Veranstalter eine Orientierungshilfe: Immer dem roten Teppich folgen, der durch diese beiden Messeteile führt. Die Bedeutung der Digitalisierung wird auch an den Schwerpunkten der Aussteller deutlich. Siemens etwa hat dem Messeauftritt das Motto „Driving the Digital Enterprise“ gegeben und zeigt Lösungen für die vollständige digitale Abbildung der Wertschöpfungsketten. Der Augsburger Roboterhersteller Kuka stellt die zunehmende Digitalisierung der Produktion und die kooperative Vernetzung von Mitarbeitern und Maschinen in den Fokus. Ohne IT in Form einer Steuerung läuft zwar ohnehin kein Roboter – die Vernetzungsanforderungen von Industrie 4.0 spielen aber in einer ganz anderen Liga. So stellt Kuka mit dem Leichtbauroboter LBR iiwa und seiner Steuerung ein Produkt vor, das der Hersteller mit dem Label „Industrie 4.0-ready“ versieht. Auch Bertrandt konzentriert sich in Hannover ganz auf die Automatisierungstechnik. Der Entwicklungsdienstleister demonstriert anhand einer selbst entwickelten, vollautomatisierten In- Line-Fertigungsstraße voll autonome, mehrstufige Produktionsprozesse für hohe Stückzahlen.
Ethernet-Steuerung als Kern
Dabei nutzen die Bertrandt-Ingenieure eine Ethernet-Steuerung, um die verschiedenen Systemsteuerungen, -komponenten und Arbeitsschritte zu einer kompatiblen Schaltung der Fertigungsstraße zu vernetzen. Beim 3-D-Softwarehersteller Autodesk geht es im Kern um die Frage, „wie wir in Zukunft entwerfen, konstruieren, zusammenarbeiten und fertigen“, erläutert ein Sprecher. Denn zentrale technische Trends wie Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge erforderten auch eine neue, ganzheitliche Herangehensweise, um die neuen Möglichkeiten der Produktion, wie etwa den 3-D-Druck, voll auszuschöpfen. Autodesk zeigt etwa eine offene Plattform für den 3-DDruck, an der das Unternehmen aktuell arbeitet. Insgesamt erwarten die Veranstalter zur Hannover Messe mehr als 6400 Aussteller aus 65 Ländern. Etwa jeder zweite Aussteller kommt aus dem Ausland, rund 350 davon aus dem Partnerland Indien.