München. Die Markteinführung ist für November vorgesehen, erstmals zeitgleich mit dem Avant (AU 493). Der A4 (B9) ist nach dem Q7 das zweite Audi-Modell, das auf dem weiterentwickelten Modularen Längsbaukasten, genannt MLB evo, basiert. Mehr als ein Dutzend weitere Autos werden in den kommenden drei Jahren folgen, bis hinauf zum Q8 – egal ob in Stahlbauweise, Alu-Space-Frame oder in einem Leichtbaumix aus Stahl, Alu und Carbon. Analog zum Modularen Querbaukasten (MQB), dessen Entwicklungshoheit bei Volkswagen liegt, besitzt auch das Längsbau-Chassis ein fi xes Maß zwischen vorderer Radnabe und den Pedalen. MLB evo spart zudem Gewicht. Der A4, in der Länge um 25 Millimeter gewachsen, konnte 120 Kilogramm abspecken und wird laut Audi zum leichtesten Vertreter des Segments. Debüt haben Head-up-Display und das aus dem TT bekannte digitale Cockpit. Zudem kann der A4 im Kolonnenverkehr bis 65 km/h teilautonom fahren. Premiere bei den Antrieben hat der Zweiliter-Benziner TFSI (intern EA 888) mit dem Miller-Brennverfahren. Es macht den 190PSVierzylinder mit einem Verbrauch von 4,8 Litern auf 100 Kilometer (109 g CO2/km) zum Knauser seiner Klasse. Ende nächsten Jahres folgt die Erdgasvariante gtron. Danach der Plugin-Hybrid A4 etron. Wie gehabt, werden die Ingolstädter dem A4 die Derivate Allroad, A5, A5 Cabriolet und A5 Sportback zur Seite stellen. Auch die Modelle RS4 und RS5 der Quattro GmbH bleiben im Programm. Als diffizil gestaltete sich das Design des A5. Der Wagen gilt als optischer Volltreff er und ist für Konzern-Designchef Walter de Silva „das schönste Serienfahrzeug, das ich jemals gezeichnet habe“. Der neue A5 soll sich aber deutlicher vom A4 differenzieren. Für Ende 2016 steht die zweite Generation des Q5 auf dem Plan (Debüt auf dem Pariser Salon im Herbst). Die Produktion verlagert Audi von Ingolstadt nach San José Chiapa in Mexiko. Vermutlich noch Ende 2016 wird der nächste A8 (D5) Premiere haben (Markteinführung Anfang 2017). Das Flaggschiff ist Audis erstes Serienfahrzeug, das komplett aus der Feder von Designchef Marc Lichte stammt. Optische Hinweise gab Lichte bereits im November mit der Studie Prologue. Zudem wird auch der A8 teilautonom fahren können. Auf der Autobahn muss der Fahrer im typischen Kolonnenverkehr seine Hände nicht mehr am Lenkrad haben und kann sich stattdessen um andere Dinge kümmern. Der Start des „Piloted Driving“ erfolgt zunächst in Amerika, weil in Europa noch die gesetzlichen Voraussetzungen fehlen. Audi glaubt jedoch, diese Hürde spätestens 2017 genommen zu haben. Noch im selben Jahr dürft e auch die Premiere des Q8 erfolgen, des neuen Top-Coupés der SUV-Baureihen. Kurze Zeit später kommt der A6 (Generation C8). Vor allem bei Vernetzung und Fahrerassistenz will Audi mit seiner Business-Limousine neue Maßstäbe setzen. 2018 dürft e mit dem Q6 etron eines der letzten Modelle des ML-Bevo-Baukastens die Werkshallen verlassen. Entwicklungschef Hackenberg sieht bis dahin eine Verdopplung in der Energiedichte der Batteriezellen. Das Elektro-Crossover-Coupé (gilt intern als „Tesla-Fighter“) soll so auf eine emissionsfreie Reichweite von bis zu 500 Kilometern kommen.
MLB eco
Audi stellt Längsbaukasten breiter auf
Die neunte Generation des A4 dürfte bei Audi als Besonderheit in die Modellgeschichte eingehen. Keiner seiner Vorgänger konnte bislang drei Entwicklungsvorstände auf sich vereinen: Michael Dick, Wolfgang Dürheimer und Ulrich Hackenberg. Letzterer „schärfte“ das intern AU 491 genannte Modell noch etwas in Sachen Präzision und Qualität.