München. So bietet Toyota die App „A Glass of Water“ an, die spielerisch zum verbrauchsarmen Fahren erziehen soll. Sie zeigt ein gut gefülltes Wasserglas, das auf dem Armaturenbrett steht. Ziel des Spiels ist es, möglichst wenig Wasser zu verschütten. Um das zu erreichen, muss der Fahrer allzu starkes Beschleunigen und Bremsen vermeiden. Denn die App analysiert die Fahrweise und simuliert, wie sich diese auf das Wasserglas auswirken würde. Mit der Spritspar-App will der Hersteller seinen Kunden zu einem vorausschauenden und harmonischen Fahrstil verhelfen. Die Entwickler planen als Nächstes, die Menge an Kraftstoff zu errechnen, die durch das Nichteinhalten der Schaltempfehlungen verschwendet wurde. Vielleicht sollten sie aber auch noch etwas Energie in die Kompatibilität der eigentlichen App stecken. Denn sie funktioniert auf den Betriebssystemen iOS 7 und iOS 8 nicht richtig: Nach der Installation erscheint ein Warnhinweis, der nicht zu entfernen ist. Auch Toyota-Konkurrent Volkswagen will seine Kunden auf digitalem Wege zum sanfteren Gasfuß führen. Die SmartGate-Technologie, die für die Übertragung der Fahrzeugdaten aufs Smartphone sorgt, feierte ihr Debüt im Škoda Fabia. Zur Auswertung des Fahrverhaltens dient die „Škoda Drive App“. Sie zeichnet individuelle Fahrzeug- und Routenprofile auf. Am Ende jeder Fahrt kann sich der Nutzer die gefahrene Strecke auf einer Karte ansehen und Statistiken zu Fahrweise und Kraftstoffverbrauch abrufen. Auf dieser Grundlage gibt die App dem Fahrer Tipps zum Spritsparen. Die Entwickler setzten vor allem auf Eigenverantwortung: In der App kann sich der Nutzer persönliche Ziele für seine Fahreffizienz setzen und diese verfolgen. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Mercedes-Benz. Der Hersteller bietet derzeit keine App an, mit der sich das Fahrverhalten auswerten lässt und verweist dabei auf den Datenschutz. Zwar bieten die Schwaben mit den „Mercedesconnect-me“-Diensten verschiedene Services an, etwa eine Fahrzeugortung und die Fernabfrage von Fahrzeugdaten wie Tankanzeige, Ladezustand und Reichweite. Die Dienste erstellen aber keine Bewegungsprofile, weil dies der Konzernrichtlinie zum Datenschutz für Kunden- und Partnerdaten entgegenstünde. Stattdessen geht Mercedes- Benz den klassischen Weg: die Anzeige von Verbrauchsdaten während der Fahrt im Kombiinstrument. Sie gibt einen Überblick über das Fahrverhalten und zeigt abhängig von der Fahrweise Reichweite und Verbrauch an. Eine Auswertung im Nachhinein ist dabei aber nicht möglich.
Verbrauchsanalyse mit dem Smartphone
Fahrertraining per App
Vernetzung ist das Gebot der Stunde: Automobilhersteller und Smartphone-Anbieter arbeiten derzeit intensiv an der nahtlosen Einbindung von Android-Handys und iPhones ins Fahrzeug. Doch es geht auch andersherum: Sind Smartphone und Fahrzeug einmal miteinander verbunden, können auch Daten aus dem Auto aufs Smartphone übertragen und dort ausgewertet werden. Besonders intensiv beworben wird die Möglichkeit, sich den Spritverbrauch jederzeit anzeigen zu lassen.