München. Die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei VW beschäftigt auch die Händler, doch nur die wenigsten wollen etwas dazu sagen: Timm Moll von der Moll-Gruppe begründet dies mit der "bisher noch sehr unklaren Faktenlage". Hans-Jürgen Persy, Vorstandsvorsitzender der Löhr-Gruppe, verweist "an die VW-Konzernkommunikation", ebenso wie sein Kollege Nicholas Dunning, Geschäftsführer der Schultz-Gruppe.
Angesichts der Ereignisse, die sich in der Woche nach Bekanntwerden der Manipulationen überschlagen haben, ist es vielen Händlern zu früh, die Vorgänge zu bewerten oder Konsequenzen für den Handel einzuschätzen. Der Internetvermittler Meinauto.de war als Erster vorgeprescht und hatte berichtet, dass das Kaufinteresse an VW-Dieselfahrzeugen um 30 Prozent eingebrochen sei. Dem widersprachen die beiden großen Fahrzeugbörsen Mobile.de und AutoScout24, die Hunderttausende Gebrauchte und Neufahrzeuge in ihren Angeboten haben. Auch die Gebrauchtwagenspezialisten der DAT registrierten gut eine Woche nach dem Bekanntwerden der Manipulationen "keine Veränderung bei den VW-Dieselgebrauchtfahrzeugwerten" und warnten vor "Panikmache". Für den Bundesverband freier Kfz-Händler sind die VW-Manipulationen sogar eher eine "Banalität". Skandalös sei vielmehr die Verantwortung der Autobauer "für massenhaften Tachobetrug, der technisch eher gefördert als verhindert wird".