Peking. Die chinesische Regierung hat zum 1. Oktober die Steuer auf Kleinwagen mit Motoren bis zu 1,6 Litern von zehn auf fünf Prozent halbiert. Der reduzierte Steuersatz soll bis Ende 2016 in Kraft bleiben und vor allem die Verkäufe sparsamer Modelle steigern. Dass diese Maßnahme greift, belegen nun erste Daten: In der ersten Oktoberhälfte stiegen die Pkw-Verkäufe laut dem chinesischen Pkw-Verband im Vergleich zum Vormonatszeitraum um zwölf Prozent, der Absatz lag damit so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. "Der Effekt der Steuersenkung ist hervorragend", sagt Cui Dongshu, Generalsekretär des Verbands. Laut Analysten von Bank of America Merrill Lynch haben derzeit 68 Prozent aller verkauften Autos Motoren mit bis zu 1,6 Liter Hubraum.
Zuletzt hatte Chinas Regierung während der globalen Wirtschaftskrise im Jahr 2009 die Kaufsteuer auf Kleinwagen reduziert. Im selben Jahr stieg daraufhin das Wachstum der Pkw-Verkäufe auf 53 Prozent.
Experten sehen solche Steuersenkungen skeptisch. "Personen, die ein Auto brauchen, ziehen den Kauf jetzt vielleicht vor. Neue Käufer werden dadurch aber nicht aktiviert, sondern fehlen dann später", erwartet Bill Russo, Leiter der Autosparte des Beratungsunternehmens Gao Feng in Schanghai.