Berlin. Seats Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer rechnet für 2015 trotz des VW-Skandals mit einem guten Jahr für die spanische VW-Tochter. Das sagte der Manager der Automobilwoche am Rande einer Präsentation des Ibiza in Berlin. In den ersten neun Monaten des Jahres sei der Marktanteil von drei Prozent gehalten worden, die Zulassungszahlen legten um 5,0 Prozent auf 63.797 Autos zu. Dazu beigetragen hat laut Bauer die "steigende Akzeptanz des Leon ST im Flottengeschäft", das auch für Seat immer wichtiger werde.
Für 2016 erwartet Bauer weiteren Zuwachs. Bisher erreiche Seat "nur rund 60 Prozent der möglichen Marktsegmente". Mit dem Start des neuen SUV auf Basis des MQB-Baukastens im Frühjahr 2016 werde dieses Eroberungspotenzial wesentlich erhöht, so der Deutschland-Chef.
Über allen Prognosen schwebe aber der Diesel-Skandal im Volkswagen-Konzern. Bei der Marke Seat sind rund 700.000 Fahrzeuge betroffen. Neufahrzeuge mit EA-189-Motoren werden unternehmensweit nicht mehr angeboten. Es sei aber möglich, dass über freie EU-Händler noch solche Neufahrzeuge in den Markt gelangten. Auch diese Autos werden aber von der Überarbeitung ab Anfang 2016 erfasst und die Fahrer angeschrieben.
Bauer berichtet, dass auch Seat jetzt auf der Website den Kunden die Möglichkeit gibt, ihr Fahrzeug zu überprüfen. Der Kunde müsse aber nichts weiter unternehmen, da auch die Spanier nach Abstimmung des Konzerns mit dem Kraftfahrt-Bundesamt die Kunden direkt anschreiben werden. Bauer: "Transparenz ist jetzt unsere erste Pflicht."