München. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen Experten von Spencer Stuart. Die Personalberater betrachteten weltweit rund 50.000 Führungskräfte der Automobilindustrie. Nur 300 davon seien fähig, ihre Unternehmen bei der Vernetzung in Top-Positionen zu bringen. „Da die Automobilindustrie vor den größten Veränderungen ihrer Geschichte steht, sind auch im Management zusätzliche Kompetenzen erforderlich“, sagte auch Martin Stemmler, Automobilexperte des internationalen Headhunters für Spitzenmanager Korn Ferry, der Automobilwoche. Die Ergebnisse der Russell Reynolds- Berater wecken Zweifel, ob das Topmanagement schnell genug fit wird für die veränderten Herausforderungen. So seien die CEOs im Durchschnitt bereits seit 15 Jahren im Unternehmen. „Eine hausinterne Karriere ist demnach aktuell ein wichtiger Bestandteil des CEO-Profils.“ Dass nur acht Prozent der Vorstandschefs nicht aus der Automobilindustrie kämen, sei eine „alarmierende Zahl in Zeiten der digitalen Disruption“. Auch im Topmanagement seien Erfahrungen aus anderen Industrien künftig unverzichtbar. „Die Chefs der Automobilkonzerne von morgen müssen mehr als Benzin im Blut haben“, sagt Walter Friederichs, Global Leader Automotive bei Russell Reynolds.
CEOs fehlt Know-how
Nur Benzin im Blut reicht nicht mehr aus
Immer mehr IT in den Fahrzeugen, neue Geschäftsmodelle oder alternative Antriebe erfordern neues Know-how in der Automobilindustrie. Im Topmanagement spiegelt sich dieser Wandel noch nicht wider. Nur acht Prozent der CEOs der größten Automobilhersteller und -zulieferer kommen nicht aus der Automobilbranche. Zwei Drittel der Aufsichtsräte seien 60 Jahre oder älter, digitales Know-how Mangelware, stellten die Personalberater von Russell Reynolds fest, nachdem sie 210 Vorstandsund 230 Aufsichtsratsmitglieder unter die Lupe genommen hatten.