München. Zwei Millionen Audi sollen in fünf Jahren von den Bändern in Europa, China, Mexiko und Brasilien laufen. Stadler will dabei die Elektrifizierung massiv vorantreiben. „Jedes Jahr mindestens ein Plug-in-Hybrid“, sagt der Audi- Chef. Bei den reinen Elektrofahrzeugen lässt er sich – abgesehen vom R8 e-tron – allerdings noch etwas Zeit. Erst müssen die Reichweiten stimmen, ist aus Ingolstadt zu hören. Wie das künftige Design aussehen wird, war erstmals im November in Los Angeles zu bestaunen. Der neue Chefdesigner Marc Lichte, von Entwicklungschef Ulrich Hackenberg persönlich geholt, präsentierte mit der bildschönen Coupé-Studie „Prologue“ einen Ausblick auf den nächsten A8 und A9. Für die zukünftigen Q-Modelle plant Lichte zur besseren Unterscheidbarkeit gegenüber den Limousinen einen Singleframe- Grill in 3-D-Optik. Zudem soll der Rahmen zu den Scheinwerfern hin breiter werden. Um die Flut an Neuheiten zu bewältigen, plant Audi ein Designzentrum. Schlüsselübergabe: vermutlich noch 2016. Die Architekten sollen sogar eine Terrasse mit Anti-Drohnen-System einbezogen haben. Lichtes 1:1-Entwürfe können so auch unter freiem Himmel präsentiert werden. Das Jahr 2015 leitet der neue Q7 ein, den Audi gerade in seinem wichtigsten Aufholmarkt präsentiert: Amerika. Das große SUV ist Audis erstes Modell auf der MLBEvo-Plattform. Durch eine Aluminium- Stahl-Mischbauweise wird der neue Q7 um 325 Kilo leichter. Erstmals wird der Q7 auch einen Plug-in-Hybridantrieb erhalten. Audi setzt dabei sogar auf Diesel-Plug-in. Wichtigstes Volumenmodell wird in diesem Jahr der A4, intern B9 genannt. Zeigen will Audi die nun 80 Kilo leichtere Limousine noch vor der IAA. Erwartet werden nicht nur ein virtuelles Cockpit wie im TT oder TDI-Motoren, die den CO2-Ausstoß unter 100 Gramm je Kilometer bringen, sondern auch Staupilot, Matrix- LED und eine aktive Motorhaube. Geplant sind zudem Plug-in- und CNG-Antrieb. Ein Dreizylinder wartet noch auf eine Entscheidung. Ende 2015 schickt Audi den A4 Avant hinterher. Und schon bald darauf das A5 Coupé, das sich beim Design der Front viel stärker von der Limousine abgrenzen soll als zuvor. Ebenfalls für 2016 avisiert: der A8, Lichtes erster Serien-Audi. Der Genfer Auto-Salon im März gehört dem Supersportler R8. Auch hier: virtuelles Cockpit sowie Leichtbau im optimalen Materialmix inklusive Carbon. Hinter den Sitzen bleibt es beim V10-Motor. Er leistet 610 PS und soll den Sprint auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden absolvieren. Langsamer wird vermutlich auch der R8 e-tron nicht sein, einst totgesagt und von Hackenberg nach seiner Rückkehr zu Audi persönlich reanimiert. Leistungsfähigere Zellen sowie ein neues Batterie-Package sollen die Reichweite auf 450 Kilometer verdoppeln. 2016 folgen der R8 Spyder und Derivate des A5 (Sportback und Cabriolet). Zudem steht die Erneuerung des äußerst erfolgreichen Q5 an, den es ebenfalls mit Plug-in-Technik geben wird. Ihm stellt Audi sein kleinstes SUV zur Seite, den Q1, als Antwort auf den Mini Countryman.
Mehr Hightech und prägnanteres Design
Modellflut soll Audi an die Spitze spülen
Die Ziele, die sich Rupert Stadler für die kommenden Jahre gesetzt hat, sind äußerst ambitioniert. Bis zum Jahr 2020 will der Ingolstädter Autobauer die Nummer eins unter den Premiumanbietern werden und sein Portfolio von 50 auf 60 Modelle erweitern. Darunter werden sich Derivate des TT und vor allem neue SUVs befinden. Dafür werden 22 Milliarden Euro als Investitionskapital vorgehalten.