Hannover. Continental arbeitet an der Abschaffung des Autoschlüssels. Nachdem sich die meisten Autos mittlerweile zumindest gegen Aufpreis ohnehin berührungslos mit sogenannten Keyless-Entry-Systemen öffnen lassen, will der Zulieferer die Zugangsberechtigung künftig ganz auf mobile Geräte übertragen. „In Smartwatch oder Mobiltelefon steckt bald alles, was wir dafür brauchen“, so Conti-Produktmanagerin Annette Welzer. Der Autoschlüssel der Zukunft soll nur noch aus einem Code bestehen, der auf einem sicheren Server generiert und dann in der SIM-Karte eines mobilen Endgeräts gespeichert wird. Ohne physische Übergabe können so beliebig viele Nutzer Zutritt zu einem Wagen erhalten. Und umgekehrt kann ein Fahrer damit zahlreiche Fahrzeuge nutzen. Als weiteren Vorteil nennt Welzer die individuelle Programmierung: „Man kann damit kurzfristige und vorübergehende Fahrberechtigungen erteilen, die Höchstgeschwindigkeit oder den Aktionsradius limitieren und so den Einsatz des Autos in fremden Händen kinderleicht steuern.“ Daneben entwickeln die Hannoveraner zwei abgespeckte Lösungen. So wird man bald den Chip seines Funk-Schlüssels in der Werkstatt kopieren lassen und dann auf das Gehäuse eines Handys kleben können. Alternativ könne man aber auch die Anzeige- und Eingabemöglichkeiten des Smartphones nutzen, um über den Schlüssel mit dem Wagen zu kommunizieren. Doch so schnell wird der Autoschlüssel nicht verschwinden: „Der symbolische Wert eines Schlüssels ist viel zu hoch, als dass wir darauf verzichten wollten“, so Welzer.
Zugangssysteme
Abschied vom Schlüsselerlebnis
Zulieferer Continental will die Zugangsberechtigung für Fahrzeuge künftig ganz auf Geräte wie Smartwatches oder Mobiltelefone übertragen.