Bremen. „Wir haben das angeboten, und Škoda hat den Anfang gemacht“, sagt ein BLG-Sprecher. BLG stellte einen Zug zusammen, der die Autos vom Škoda-Stammwerk Mladá Boleslav in Tschechien komplett per Bahn über den Landweg nach Derince brachte. Statt in elf Tagen, was bis dato der Optimalfall war, oder in mehreren Wochen, was im schlimmsten Fall vorkam, war die Fracht binnen fünf Tagen ans Ziel gebracht. Die Vorteile der neuen Transportart: Zeitersparnis, Kostensenkung und Schonung von Ressourcen. Noch aber gibt es keinen regelmäßigen Fahrplan in die Türkei. „Das ist erst in den Anfängen“, so der Sprecher. 2014 war ein Testlauf. Hyundai-Kia und BMW nutzten den Autorail schon zur Probe. Mit einem weiteren Hersteller ist BLG im Gespräch. Die Bremer Logistikfirma plant, im Lauf dieses Jahres feste Dienste anzubieten. Die Züge werden dabei mit BLG-Waggons im Werk des Autoherstellers zusammengesetzt. 19 Waggons mit Platz für je acht bis neun Autos umfasst ein Zug. Mit an Bord ist Sicherheitspersonal, damit die Ladung auch unversehrt ihr Ziel erreicht
Autorail
BLG bringt Fahrzeuge per Bahn in die Türkei
Die Idee wurde aus der Not geboren. Anfang 2014 war der Hafen der slowenischen Stadt Koper wegen heftiger Schneefälle auf dem Schienenweg nicht zu erreichen. Die Experten der Bremer BLG Logistics Group, die sonst von ihrem Seehafenterminal in Koper aus Autotransporte in die Türkei organisierten, mussten sich etwas einfallen lassen. Ihre Idee: ein Transport per Autorail komplett auf der Schiene über das tschechische Nymburk durch mehrere Staaten Osteuropas bis zum türkischen Zielort Derince.