München. Für den Zulieferer aus Hannover war es ein langer Weg, die Technologie für Displays zu entwickeln. „Wir haben immer wieder Prototypen von OLED-Displays auf der IAA ausgestellt, aber die Technologie war lange nicht ausgereift“, sagt Kai Hohmann, OLED-Experte bei Continental. In Las Vegas hat der Zulieferer gezeigt, dass sich die jahrelange Entwicklung gelohnt hat. Mit OLED-Displays können kräftigere Farben und Kontraste wiedergegeben werden als es bei bisherigen Anzeigen im Auto der Fall ist. Zudem ist das Material, das hinter gehärtetem Glas oder Kunststoff aufgetragen wird, biegbar und fügt sich subtil in das Design der Armaturentafel oder der Mittelkonsole ein. „OLED-Displays haben den Vorteil, dass sie keine externe Lichtquelle benötigen, die sie von hinten anstrahlt, wie es bei bisherigen LCD-Displays der Fall ist“, so der Experte. „Die organischen Emissionsschichten leuchten in den Farben Rot, Grün und Blau, sobald Strom durch sie fließt. Ist der Stromfluss getrennt, erscheinen sie im Vergleich zu LCD-Displays tiefschwarz.“
Flexibel und platzsparend
LCD-Displays, wie sie beispielsweise im iPhone verbaut sind, sind immer mit weißem Licht hinterleuchtet. Sogar dann, wenn sie nicht angesteuert werden. Diese externe Lichtquelle kostet Platz, die ein organisches LEDDisplay nicht mehr braucht. 2,0 bis 2,5 Millimeter dünn sind OLED-Displays, LCD-Displays hingegen haben eine Dicke von acht Millimetern. „Wir sparen hiermit Platz und werden in der Formgebung der Displays viel flexibler“, sagt Conti-Manager Hohmann. „Man kann in einem OLED-Design nicht mehr unterscheiden, wo das Display aufhört und der schwarze Umgebungsraum weiterverläuft. OLEDs sind unsichtbar, wenn sie nicht selbst leuchten, und ihre Displaykonturen verschwimmen mit der Umgebung.“ Sämtliche physischen Tasten fallen weg, da sich unter einer Glas- oder Kunststoffscheibe ein großflächiges Display oder auch verschiedene, konkret definierte Tasten befinden können, je nachdem, welches Menü aufgerufen und angesteuert wird. Ein Problem in den Anfangsjahren der OLED-Technologie war die Ansteuerung einzelner Dioden, da sie mit der Zeit Leuchtkraft verloren. „Wir haben aber einen intelligenten Weg für die Ansteuerung gefunden. Jetzt sind wir sicher, dass diese Displays über ein ganzes Autoleben halten“, so Hohmann. Noch sind sie in der Herstellung komplexer als LEDs, aber durch die Flexibilität, die OLEDs beim Design ermöglichen, rechnet Conti mit einem Siegeszug der neuen Technologie: Im Jahr 2018 wollen die Hannoveraner damit in die Serienproduktion gehen.