München. Im März wurden in Russland rund 27.400 Lada verkauft, ein Minus von 26 Prozent. Damit liegt die Marke allerdings um einige Prozentpunkte besser als der Gesamtmarkt, weshalb Lada seinen Marktanteil binnen Jahresfrist von 15,2 auf bislang 19,6 Prozent steigern konnte. Renault ist an Lada-Hersteller AvtoVAZ seit 2008 beteiligt, doch erst seit 2014 hält die Renault-Nissan-Allianz knapp über 50 Prozent der Anteile. Neben den eigenständigen Lada- Modellen Kalina, Granta, Priora und 4x4 entstehen in Togliatti mit dem Lada Largus, dem Nissan Almera sowie dem Renault Logan und dem Sandero vier Modelle auf einer Renault-Plattform. Dazu kommen die auf Kalina und Granta basierenden Datsun on- DO und mi-DO. Stärker ausgelastet wurde das seit 2011 von der AvtoVAZ-Tochter OAG kontrollierte IzhAvto-Werk in Ischewsk. Dort laufen die Modelle Lada Granta Liftback, Nissan Tiida und Nissan Sentra vom Band.
Neue Designsprache
Zu den größten Prioritäten des früheren General Motors-Einkaufschefs Bo Andersson, seit Anfang 2014 Präsident und Vorstandschef von AvtoVAZ, ist der planmäßige Anlauf der Modelle Lada Vesta und Xray. Es handelt sich um die ersten Modelle in der neuen Lada-Designsprache des britischen Chefdesigners Steve Mattin. Der Serienanlauf des Stufenheckmodells Vesta in Ischewsk ist für den 25. September geplant. Bis Jahresende sollen die ersten 5000 Exemplare auf die Räder gestellt werden. Fließheck- und Kombiversionen folgen später. Im Dezember soll in Togliatti die Serienfertigung des auf dem Dacia/ Renault Sandero basierenden Crossovers Xray starten. Andersson baut auf die flächendeckende Präsenz der Marke Lada und will auch einen Teil der mittlerweile zu westlichen Autobauern abgewanderten Kunden zurückgewinnen. Neben der gestiegenen Qualität sprechen für Lada aus Sicht der russischen Kunden auch die erheblich niedrigeren Ersatzteilpreise. „Schaue ich da auf eine ganze Reihe unserer europäischen Mitbewerber, haben sie auf Ersatzteile den fünffachen Aufschlag, wir aber nur den zweifachen“, rechnet Andersson vor. Für 2015 ist die Produktion von 712.000 Autos geplant. In Zukunft will Lada bis zu eine Million Autos pro Jahr in Togliatti und 200.000 in Ischewsk fertigen. Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise will Lada einen Teil seiner ausgelagerten Produktion zurück zu AvtoVAZ holen. Im vergangenen Herbst hatten Probleme mit einigen Zulieferern, vor allem Firmen der OAT-Holding, zu Produktionspausen geführt. AvtoVAZ entschied deshalb, sich finanziell und mit eigenen Managern bei OAT zu engagieren.