Bilbao. „Wir erwarten ein Eroberungspotenzial von 90 Prozent“, sagt Jaguar-Deutschland-Geschäftsführer Peter Modelhart. Jaguar bietet eine Dreijahresgarantie mit unbegrenzter Kilometerleistung inklusive kostenloser Inspektionen. Auch die Wartungsintervalle wurden verlängert. So muss der XE mit Dieselmotor nur noch alle 33.000 Kilometer in die Werkstatt. Locken will man auch gewerbliche Käufer und Flottenbetreiber. Gewerblichen Leasingkunden bietet Jaguar unter anderem für 49,90 Euro eine Vollkaskoversicherung sowie ein Wartungs- und Verschleißpaket für 19,90 Euro im Monat an. Absatzziele will Modelhart nicht nennen. „Wir verzeichnen ein noch nie dagewesenes Kaufinteresse“, so der Manager. Gut 500.000 Konfigurationen sollen bereits im Internet stattgefunden haben. Vom größeren Modell XF verkaufte Jaguar im vorigen Jahr global 45.000 Einheiten. Branchenkenner gehen davon aus, dass der XE-Absatz deutlich höher sein wird. Die Schätzungen liegen zwischen 60.000 und 80.000 Einheiten. Letztere Zahl wäre eine Verdopplung des weltweiten Jaguar- Absatzes. Preislich beginnt der XE bei 36.450 Euro. Damit positioniert Jaguar das Auto in etwa auf dem Niveau seiner deutschen Wettbewerber, betont aber, dass der XE ausstattungsbereinigt zwischen fünf und sechs Prozent günstiger sei. Mit zu den Besten gehören wollen die Briten auch beim Thema Verbrauch und setzten daher auf Leichtbau. Die Karosserie besteht zu 75 Prozent aus Aluminium. Gefertigt wird in Solihull bei Land Rover. Debüt hat im XE der modulare Zweiliter-Ingenium-Diesel (163/180 PS), AJ200D genannt. Sein Verbrauch wird mit 3,8 Liter angegeben, der CO2-Ausstoß mit 99 Gramm pro Kilometer. Bei Benzinern nutzt Jaguar noch den alten Zweiliter-Vierzylinder. Die Ingenium-Generation (AJ200P) zieht frühestens Ende 2016 ein. Im Topmodell arbeitet der Dreiliter- V6 (340 PS) aus dem F-Type. Von dem Modell stammen auch Fahrwerk und Bremsen. In den Markt geht der XE in Europa Mitte Juni. Noch in diesem Jahr folgt die zweite Generation des XF. Auf der IAA debütiert Jaguars erstes SUV, der F-Pace. Intern spricht man daher vom „Year of the Cat“.
Leichtbaukarosserie aus Alu
Year of the Cat – Jaguar XE mit Eroberungspotenzial
Mit dem XE erweitert Jaguar seine Modellpalette nach unten. Die Mittelklasselimousine ist klar an die Adresse Audi A4, BMW Dreier und Mercedes C-Klasse gerichtet und soll der britischen Marke neue Kunden zuführen.