München. So stellt Ende Juni der deutsche Zulieferer Anvis die Produktion von Antivibrationskomponenten in Togliatti ein. „Wenn wir den beträchtlichen Aufwand für den Aufbau der Kapazitäten berücksichtigen, gab es bis heute leider kein tragbares Ergebnis“, sagt dazu Geschäftsführer Olaf Hahn. Mitten in der Expansion erwischte die Krise Edscha, Muhr und Bender (Mubea) sowie Mann + Hummel. Alle drei bauen derzeit neue Fabriken in Togliatti. Mann + Hummel will das Werk zwar noch fertigstellen. Aber „der Produktionsstart hängt davon ab, wie sich die russische Autoproduktion innerhalb der nächsten Zeit entwickelt“, erklärt man. Ganz aus dem Markt herausgehen wollen nur die wenigsten – neben millionenschweren Abschreibungen könnte dies nämlich auch die Kundenbeziehungen auf eine schwere Probe stellen. „Eine Schließung des Werks steht nicht zur Diskussion“, sagte deshalb auch Witalij Christ, Werkleiter von Nobel Automotive in Togliatti, im Gespräch mit der Automobilwoche. Die Tochter der türkischen Orhan Holding fertigt Teile vor allem für die AvtoVAZ-Renault-Nissan-Allianz. „Wir haben ein paar Geschäfte mit Zulieferern vereinbart, die derzeit auf Eis liegen, bis sich die Lage klärt. Doch wir haben nach wie vor die Absicht, weiter zu lokalisieren“, betont auch Colin Lawther, Produktions- und Einkaufschef von Nissan Europe.
Lieferanten
Zulieferer in Russland im Sog nach unten
Viele Automobilzulieferer sind in den vergangenen Boomjahren ihren Kunden nach Russland gefolgt und sehen nun, wie ihre Pläne Makulatur werden. Projekte werden eingefroren, Anläufe verschoben, Produktionen gestoppt.