Potsdam. Kraft und Kondition – zwei Eigenschaften, die beim Judo durchaus von Vorteil sind. Olaf Jahr hat die japanische Kampfsportart früher 14 Jahre lang als Leistungssportler betrieben. Ob sich dies heute in seinem Unternehmerdasein auszahlt? An Erfolg mangelt es ihm jedenfalls nicht.
Mit rund zehn Prozent liegt der Marktanteil in seinem Vertriebsgebiet dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt der Marke Hyundai – ein Erfolg, der sich seit 2007 kontinuierlich entwickelte. Damals machte sich der gelernte Kfz-Mechaniker selbstständig und kaufte das Autohaus Lichtblau (ASL), nachdem er sich zuvor in Betrieben von BMW, Nissan und Renault vom Verkäufer bis zum Filialleiter hochgearbeitet hatte. Er krempelte den insolventen Betrieb komplett um und schaffte es zügig, ihn wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Auch die Abwrackprämie 2009 spielte dem Unternehmer dabei in die Hände. „Bei Hyundai herrschte Aufbruchstimmung, und wir konnten alle Zahlen verdoppeln“, sagt Jahr.
2011 investierte Jahr knapp zwei Millionen Euro in den Neubau des Autohauses in Teltow, und im vergangenen Jahr flossen weitere 4,5 Millionen in seinen zweiten Betrieb in der Potsdamer Pappelallee. Das Autohaus in Bronzebraun zeigt als eines der ersten hierzulande die neue Hyundai-CI. „Wir wachsen organisch“, sagt Jahr. Dass Hyundai dafür der richtige Partner ist, daran lässt er keinen Zweifel: „Den Hersteller finden wir hip“, sagt der 46-Jährige, der mittlerweile 50 Leute beschäftigt – weiteres Wachstum nicht ausgeschlossen.
Ein zusätzliches Fabrikat kommt für ihn aber nicht infrage („Ich kann nur eine Marke“), ebenso wenig wie die Nutzung von Plattformen wie Meinauto oder Autohaus24. „Wir sind die Internetvermittler“, sagt Jahr, „wir brauchen keine Plattformen.“ Seit die Autokäufer im Netz recherchieren, sind zwar die Kundengespräche kürzer geworden, „aber dafür wird die Nachbereitung intensiver“, sagt der Geschäftsführer.
Da kann das ASL-Team dann seine Kundenorientierung unter Beweis stellen. „Service ist mehr als bitte und danke“, zitiert Jahr seine Ehefrau Manuela. Sie kümmert sich im Autohaus um das Thema Personal und betreibt eine Autovermietung. Es komme auf die Summe vieler Kleinigkeiten an, und ein freundlicher Empfang beispielsweise gehöre dazu. „Wir haben nur eine Chance – egal ob am Telefon oder an der Tür“, betont Jahr. „Wir sind ein gelebter Familienbetrieb.“
Und diese Familie schließt nicht nur Mitarbeiter und Kunden ein, sondern auch die Vierbeiner der Jahrs: Neben einem 17 Jahre alten Westie-Mischling in Schwarz gehören dazu eine Ridgeback-Hündin nebst Tochter sowie das ASL-Haustier Minou, ein „altdeutscher Sportmops“. Die Affinität zum Sport hat sich Jahr also bewahrt – und setzt dies auch im Sponsoring um. So engagiert sich der frühere Judoka beim Universitäts-Judo- und Kampfsportclub Potsdam, unterstützt zwei regionale Fußballvereine und den Babelsberger Boxclub. „Die regionalen Vereine machen eine sehr gute Arbeit“, sagt Jahr, „vor allem mit Kindern. Und die sind ja später vielleicht einmal unsere Mitarbeiter und Kunden.“