München/Stuttgart. Vertrauen, Verlässlichkeit, Verantwortungsgefühl – seit Beginn des Abgasskandals im VW-Konzern gilt das nur noch eingeschränkt. Ein Text über angeblich erhöhte Abgaswerte bei einem BMW X3 xDrive 20d bei "Auto-Bild" löste vorvergangene Woche kurzzeitig Alarm bei BMW in München aus. Der Aktienkurs rauschte vorübergehend um knapp zehn Prozent nach unten – war der Skandal womöglich weitaus größer als ohnehin schon?
Er war es – zumindest in diesem Fall – nicht. BMW wies den Bericht umgehend zurück, "Auto-Bild" musste einräumen, es gebe "kein Indiz für Abgasmanipulationen bei BMW". Statt einer betrügerischen Abgassoftware war wohl lediglich zu großer Enthüllungseifer im Spiel – wie es eben manchmal vorkommt, wenn plötzlich fast alles möglich scheint und für möglich gehalten wird.
BMW veröffentlichte tags darauf eine Stellungnahme. "Grundsätzlich gilt: Bei der BMW Group wird nicht manipuliert. Bei unseren Fahrzeugen wird in der Abgasbehandlung nicht zwischen Rollen- und Straßenbetrieb unterschieden." Auf Anfrage der Automobilwoche teilte BMW mit, dass die Abgasnachbehandlung bei kleineren und mittelschweren Dieselfahrzeugen unter anderem durch einen NOx-Speicherkat erfolge und bei schweren Fahrzeugen zusätzlich die SCR-Technologie zum Einsatz komme – also die Einspritzung einer wässrigen Harnstofflösung in den Abgasstrom zur chemischen Umwandlung der Stickoxide in harmloses Wasser und Stickstoff.
BMW verweist außerdem darauf, dass die bisher erreichten Fortschritte bei der CO2-Reduktion in Europa vor allem den Diesel-Pkw zu verdanken und das Erreichen künftiger Grenzwerte ohne Dieselmotoren "undenkbar" sei. Das liegt daran, dass ein Dieselmotor im Schnitt circa 15 bis 20 Prozent weniger CO2 ausstößt als ein vergleichbarer Benzinmotor.