München. Der Einbruch des russischen Markts zwingt die Hersteller, sich neue Exportmärkte außerhalb der GUS-Länder zu suchen. Als erster ausländischer Autobauer hat Hyundai mit Exporten auf Märkte jenseits der früheren Sowjetunion begonnen. Im Werk St. Petersburg ist im August die Produktion des Hyundai Solaris für Ägypten und den Libanon angelaufen. Bis Ende 2015 sollen mehr als 4000 Autos in den Nahen Osten geliefert werden.
Bei Renault-Nissan beschäftigt man sich ernsthaft mit Exporten, denn die Allianz ist mit einem Renault-Werk in Moskau, einer Nissan-Fabrik in St. Petersburg und der Kontrollbeteiligung am größten russischen Autohersteller AvtoVAZ das bedeutendste Unternehmen der russischen Autoindustrie.
"Wir haben entschieden, einen Exportdirektor zu ernennen", sagte Jean-Christophe Kugler, Senior Vice President von Renault und Chairman der Eurasien-Region, der Automobilwoche. "Seine Rolle ist die Analyse jeder Exportmöglichkeit, seien es Teile, die wir oder unsere Zulieferer produzieren, lackierte Karosserien oder komplette Fahrzeuge."
Als Beispiel der neuen Strategie nennt Kugler die gerade aufgenommenen Lieferungen von russischen Leichtmetallrädern an das rumänische Dacia-Werk. AvtoVAZ wird bald die Produktion von Motorenteilen für die Türkei starten.