Stelle. Eigentlich beschäftigt sich die Firma OBD Tuning aus Stelle bei Winsen an der Luhe mit Tuning-Werkzeugen. Aber auch zum Thema IT-Sicherheit hat das 1997 von Sven Meyer gegründete Unternehmen Lösungen parat und neuerdings ein Produkt im Programm, das auch für Autohersteller hochinteressant ist: den Flash-Booster.
Das unscheinbare Gerät ist so groß wie eine Zigarettenschachtel, verfügt über eine Kontroll-LED und einen OBD-Stecker, mit dem es sich an die Diagnose-Schnittstelle jedes Pkw oder Lkw koppeln lässt. Einmal angeschlossen, identifiziert der integrierte Mikroprozessor das Fahrzeug und startet, sobald Codierung oder Fahrgestellnummer übereinstimmen, das zuvor aufgespielte Update der Fahrzeug-Software.
Der Vorgang dauert nur wenige Minuten. Die Kontrollleuchte zeigt an, wann das Update beendet ist – und danach kann das Gerät sofort ans nächste Fahrzeug angeschlossen werden.
Was zunächst als narrensicheres Tuning-Tool gedacht war, könnte sich zu einer "OEM-Wunderwaffe" bei Rückrufaktionen entwickeln, wenn in Hunderttausende Autos schnell und unkompliziert neue Software eingespielt werden muss. Denn anders als bisher ist dazu kein freier Diagnoseplatz in der Werkstatt mehr nötig. Und nach fünf bis acht Minuten könnte schon das nächste Auto zum Update vorfahren.
Für Hersteller böte das ein Einsparpotenzial in Millionenhöhe, glaubt Erfinder Meyer. Aktuell dürfte so ein Gerät wohl vor allem VW interessieren.