Peking. Um den stagnierenden Automarkt anzukurbeln, hat die chinesische Regierung unerwartet die Mehrwertsteuer für Kleinwagen mit bis zu 1,6 Liter großen Motoren auf fünf Prozent halbiert. Dieses Segment steht in der Volksrepublik für mehr als zwei Drittel des Markts.
Den gleichen Schritt hatte Peking zuletzt während der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 unternommen. Seinerzeit mit großem Erfolg: Die Steueranreize trugen dazu bei, dass das Reich der Mitte die USA als größten Automarkt der Welt ablöste.
Laut Chinas Staatsrat soll die reduzierte Steuer bis Ende 2016 gelten. Analysten schätzen, dass sich die Steuererleichterungen insgesamt auf umgerechnet bis zu zehn Milliarden Euro belaufen.
Im August waren die Verkaufszahlen der Autohersteller in China bereits zum dritten Mal in Folge gesunken. Auf Jahressicht liegen die Verkäufe zwar immer noch mit 2,6 Prozent im Plus. Immer mehr Branchenkenner rechneten jedoch zuletzt damit, dass der Markt bis Ende des Jahres stagnieren oder gar schrumpfen könnte.
Von den Steuererleichterungen in China profitieren nicht nur die lokalen Hersteller – auch für deutsche Autobauer sind es gute Nachrichten. Das Reich der Mitte ist für Volkswagen, Audi, Daimler und BMW einer der wichtigsten Märkte, der in den vergangenen Jahren einen großen Teil zum Wachstum der Konzerne beigetragen hat.
Mitarbeit: Christiane Kühl