Aber einfache Assistenz reicht nicht. Der Trend bei Herstellern und Zulieferern geht eindeutig dahin, dass die Assistenten den Fahrer nicht erst dann unterstützen, wenn der Fahrer sie einschaltet. Die Technik aktiviert sich künftig selbst, wenn Sensoren ihr vermitteln, gebraucht zu werden.
An dieser Weiterentwicklung arbeitet unter anderem Danny Shapiro, Automotive-Direktor beim US-Chiphersteller Nvidia. Der neue Prozessor seines Unternehmens, der Tegra X1, schafft eine Billion Rechenoperationen pro Sekunde. Künftig soll dieser Chip das Gehirn des Autos werden und ihm vorausschauende Fähigkeiten verleihen. Es soll beispielsweise lernen, spielende Kinder am Straßenrand zu erkennen und daraus zu folgern, dass der Ball auf die Straße rollen könnte und ein Kind hinterherläuft. Und wenn die Sensoren einen Rettungswagen ausmachen, soll das Auto wissen, was es zu tun hat.
„Jeder Mensch kennt aus der Fahrschule die Rettungsgasse. Das Auto muss dieses Verhalten aber erst lernen, um dann mit allen Verkehrsteilnehmern diese Rettungsgasse bilden zu können“, sagt Shapiro. Derzeit legt sein Team den Grundstock und analysiert Videos über das Verhalten von Fahrzeugen im Straßenverkehr. „Dieser Datenschatz soll sukzessive wachsen und Autos regelmäßig mit neuen Verhaltensmustern updaten. Das Auto lernt und merkt sich, wie es künftig fahren muss.“
Continental versucht, Autos über seinen vernetzten eHorizon intelligent zu machen. „Auf dem Weg zum automatisierten Fahren ist dieses Prinzip zentral“, sagt Ralf Lenninger, Leiter von Contis Innovationsentwicklung. „Wir schaffen so einen unsichtbaren Dienst, der ohne Fahrereingriff Daten aus der Cloud nutzt. Damit wollen wir die Fahrzeugelektronik verbessern.“