München. Mit dem klassischen Autohaus-Konzept lassen sich im digitalen Zeitalter nicht mehr viele Kunden hinter dem Ofen hervorlocken. Deshalb arbeiten alle Hersteller an neuen Strategien zur Kundenbindung. Daimler bündelt unter dem Label "Mercedes me" alle Services und Mobilitätsangebote für seine Kernmarke. Und da passt das leicht verstaubte Autohaus-Image so gar nicht mehr ins Konzept.
Der Fokus richtet sich auf die "digital Natives", die das hohe Durchschnittsalter der Mercedes-Kundschaft deutlich senken sollen. Locken will man die potenziellen Käufer weniger über das eigentliche Produkt, also das Auto, sondern über eine Wohlfühlatmosphäre mit hohem Unterhaltungswert – Motto: mehr Lounge, weniger Laden. Der Autokauf, so das Kalkül, ergibt sich für die Store-Flaneure eher beiläufig: erst chillen, dann (vielleicht) shoppen.
Ein besonders geeignetes Pflaster für die Erprobung neuer Vertriebskonzepte scheint Großbritannien zu sein. Seit gut einem Jahr testet Hyundai den Internetshop "Rockar". Mittlerweile gibt es auch zwei physische Stores. Autos findet man dort nur wenige, statt gelernter Autoverkäufer beraten markenaffine Rockar- "Engel" den Kunden.
Ebenfalls in UK hat BMW jüngst das Konzept "BMW Retail Online" gestartet – und zwar für die gesamte Produktpalette. Bis dato gab es den Vertrieb ohne Ladenschluss nur für die Elektromodelle der Submarke BMW i.