München. Sie sind unpünktlich, scheinen sich nicht für die Arbeit zu interessieren und gehen während eines Kundengesprächs ans private Handy. Solches Verhalten von Auszubildenden, so beklagt der Landesverband Rheinland-Pfalz des ZDK, müssten Ausbilder immer häufiger erleben.
Der Druck ist so groß, dass der ZDK-Landesverband das Problem zum zentralen Thema seines Verbandstags machte. "Natürlich sind die meisten Azubis in unseren Autohäusern und Werkstätten lernbereit und engagiert. Doch der Teil, der uns Ausbilder vor Probleme stellt, wird leider größer", konstatierte Hans Werner Norren, Präsident des ZDK-Landesverbands. Die Datenlage ist dürftig. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erfasst nur Vertragsauflösungen, ohne zu ermitteln, wer gekündigt hat und warum. Diese Quote liegt über alle Berufe bei knapp 25 Prozent und enthält auch Berufs- oder Betriebswechsel während der Ausbildung. Der Kfz-Mechatroniker zählt mit Auflösungsquoten von 7,6 Prozent (Ausbildung in der Industrie) und knapp 26 Prozent (Ausbildung im Handwerk) zu den zehn Berufen mit den niedrigsten Auflösungsquoten.
In der Praxis ist das Problem aber nicht zu übersehen. Präsident Norren berichtete der Automobilwoche, dass er selbst in den vergangenen zwei Jahren zwei Auszubildende noch in der Probezeit wegen mangelnder Fähigkeiten beziehungsweise fehlendem Engagement entlassen musste, ein weiterer habe glücklicherweise selbst gekündigt.
Norren sieht vor allem demografische Ursachen: Die Zahl der Jugendlichen sinkt, immer mehr von ihnen studieren. 2014 stieg die Zahl der Studienanfänger laut BIBB auf rund 500.000. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sank weiter – um 1,4 Prozent auf etwa 520.000. Und die besten der verbleibenden Ausbildungsinteressenten gingen bevorzugt in die großen Autohäuser. Für kleine und mittlere Betriebe wie den von Norren mit etwa 25 Mitarbeitern bleibe am Schluss keine große Auswahl mehr.