Stuttgart. Im Strafprozess um die gescheiterte Übernahme von VW hat Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Anklage entschieden zurückgewiesen. "Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen und bin davon überzeugt, von den haltlosenVorwürfen freigesprochen zu werden", sagte Wiedeking zum Prozessauftakt am Donnerstag vor demStuttgarter Landgericht.
Der 63-Jährige und sein ehemaliger Finanzvorstand Holger Härter (59) sind wegen Marktmanipulation angeklagt.Sie sollen 2008 verschleiert haben, beim BranchenriesenVW eine Dreiviertelmehrheit vonPorsche angestrebt zu haben. Dadurch hätte Porsche massiven Einfluss auf die VW-Führung haben können. Der Plan scheiterte, Volkswagen drehte denSpieß um und machte den hoch verschuldeten Sportwagenbauer Porsche zu seiner Firmentochter. Auch der mit angeklagte Härter kam am Donnerstag zu dem Prozessauftakt, seine Erklärung stand amNachmittag auf der Tagesordnung.
In der Anklage geht es um Verlautbarungen von Porsche im Zeitraum März 2008 bis Oktober 2008. In Pressemitteilungen, Zeitungsinterviews und Statements sollen die Porsche-Manager und ihre Sprecher dementiert haben, die Aufstockung der Anteile auf 75 Prozent anzustreben. Die Verlautbarungen enthielten laut Staatsanwalt Aniello Ambrosio erhebliche unrichtige Angaben und sie waren "zudem geeignet, auf den inländischenBörsenpreis der VW AG einzuwirken".