Düsseldorf. Auch die Volkswagen-Tochter Porsche streitet einem Pressebericht zufolge mit ihren Händlern in China über Verkaufsziele. Einige Autohäuser weigerten sich bereits, dem Sportwagenbauer weitere Fahrzeuge abzunehmen und forderten hohe Entschädigungen für unverkaufte Ware, schrieb das "Handelsblatt" ("HB") in seiner Mittwochausgabe. Eine Sprecherin des zuständigen Dachverbands chinesischer Autohändler Cada habe laufende Verhandlungen des Vereins der Porsche-Händler mit dem Unternehmen bestätigt, hieß es weiter in dem Bericht.
Ein Porsche-Sprecher wies den Bericht zurück. Absatzprobleme in dem Land seien dem Unternehmen unbekannt. Auch gebe es seines Wissens nach keine Entschädigungsforderungen des chinesischen Händlerverbandes.
Porsche hatte nach Angaben des Mutterkonzerns aus Wolfsburg in China im abgelaufenen Jahr knapp 47.000 Autos verkauft und damit ein Viertel mehr als im Jahr davor. Trotz der starken Nachfrage stünden aber viele unverkaufte Porsches auf den Höfen der Autohändler, heißt es in dem Bericht. Zuletzt hatte sich BMW mit seinen Händlern in dem Land auf neue Konditionen geeinigt, laut chinesischen Angaben machten die Münchener zur Besänftigung des Unmuts bei den Händlen dabei fast 700 Millionen Euro locker. Das habe andere Händlerzusammenschlüsse ermutigt, schrieb die Zeitung.
Offenbar haben sich vor allem die Oberklassehersteller bei ihrer Absatzplanung für den wichtigen chinesischen Markt verkalkuliert. Im abgelaufenen Jahr legten die Autoverkaufszahlen in dem Land nach jahrelangem rasanten Wachstum nur noch prozentual einstellig zu. Geringeres Wirtschaftswachstum und die starke Smogbelastung in Metropolen bremsten den Absatz. Folge: Viele Autohäuser fahren nach eigenen Angaben Verluste ein, weil sie die Jahresendboni wegen der hoch gesteckten Verkaufsziele nicht mehr einstreichen können. (dpa-AFX/gem)