Berlin/Washington. Der Skandal um Abgas-Manipulationen an älteren Dieselfahrzeugen droht sich für den VW-Konzern empfindlich auszuweiten. Während die US-Umweltbehörde EPA dem europäischen Branchenprimus am Montagabend vorwarf, auch bei Dieselmotoren mit 3,0 Litern Hubraum eine Manipulations-Software eingesetzt zu haben, hielt Volkswagen am späten Abend dagegen, man habe kein Programm installiert, «um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern».
Damit stand zunächst Aussage gegen Aussage. Doch die Vorwürfe der EPA wiegen schwer und sind detailreich. Die US-Umweltschutzagentur hatte den Skandal um geschönte Abgas-Werte bei Volkswagen Mitte September ins Rollen gebracht. Die US-Behörde wies nach, dass Dieselwagen aus dem VW-Konzern über eine Software die Situation auf einem Prüfstand erkennen und in eine Art Abgas-Schonmodus schalten, um so strikte Emissionsvorgaben einzuhalten. Bisher ging es dabei nur um die kleineren Vierzylindermotoren, die bis 2,0 Liter Hubraum haben. Die EPA-Enthüllung erreichte schließlich auch Europa, wo der VW-Konzern vom nächsten Jahr an 8,5 Millionen Dieselfahrzeuge zurückrufen muss.