Berlin. Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), zeigte sich auf der Halbjahrespressekonferenz erfreut über den Anstieg der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland: Im ersten Halbjahr 2015 legten diese um gut fünf Prozent auf 1,6 Millionen zu. Bester Monat war der Juni mit mehr als 313.000 zugelassenen Neuwagen. Den Grund für die weiterhin positiven Zahlen sieht Wissmann im niedrigen Ölpreis und den geringen Zinsen, die branchenübergreifend für eine gute Konjunktur sorgen. Auch der Arbeitsmarkt der Branche ist mit 785.100 Beschäftigten – gut zwei Prozent mehr als vor einem Jahr – gefestigt. „Drei von vier Jobs in der deutschen Automobilindustrie hängen am Export. Wir sind damit mehr als unsere Nachbarn auf offene Märkte angewiesen und erwarten von der EU-Kommission eine neue Offensive für den Freihandel – multilateral und bilateral“, sagte Wissmann. Er warnte vor einer Stagnation des Markts und ermahnte die Politik, den Industriestandort Deutschland weiter zu stärken, um damit die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Insgesamt sind die großen Automärkte im Gesamtjahr 2015 laut VDA weiter auf Wachstumskurs: Der US-Markt wird um rund zwei Prozent auf 16,7 Millionen Einheiten zulegen. Für China erwartet der VDA ein Plus von sechs Prozent auf knapp 19,5 Millionen Neuwagen. Westeuropa wächst voraussichtlich um vier Prozent auf knapp 12,6 Millionen Autos. „Wir sollten uns aber nicht in Partylaune begeben“, sagte Wissmann. Denn steigende Energie- und Lohnstückkosten sowie die Krisen in Russland und Griechenland und auch ein schwächelndes Japan machten große Sorgen.