Schanghai. Die deutschen Autohersteller treiben die Vernetzung des Autos massiv voran. Ins Zentrum der Entwicklung rückt China. Denn nirgendwo sonst wird die digitale Zukunft sichtbarer als dort. Die hohen Erwartungen chinesischer Kunden gelten als weltweiter Motor.
Darum schließen die Autobauer Partnerschaften mit der IT-Industrie entlang der Seidenstraße. Fast zeitgleich verkündeten Mercedes und Audi ihre Verbindung mitdem chinesischen Suchmaschienenanbieter Baidu, um dessen Konnektivitätslösung Service CarLife in ihre Modelle zu integrieren. Volkswagen wird zunächst Baidu-Apps über das System Mirror-Link anbieten. „CarLife folgt aber bald auch bei uns“, sagt VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer der Automobilwoche.Die Autoindustrie pilgerte über das Pfingstwochenende nach Schanghai, um bei der Premiere der CES Asia, dem Ableger der Consumer Electronics Show aus Las Vegas, dabei zu sein. Die Branche wird getrieben vom Digitalland China, das mit Unternehmen wie Baidu, Alibaba und Xiaomi Konzerne am Markt platziert hat, die längst mit den westlichen Konkurrenten Google, Amazon und Apple mithalten können. Zudem gibt es keine Region auf der Welt, wo das Gefühl von „always on“ konsequenter gelebt wird.
"Der chinesische Markt wird die elektronischen Trends der Zukunft bestimmen“, sagt Daimler-Vorstand für China Hubertus Troska. „Die User wollen auch im Auto nahtlos vernetzt sein. Auf diesen Trend müssen wir reagieren.“
Audi-Chef Rupert Stadler geht noch einen Schritt weiter: „Die Digitalisierung ist der Treiber der Autoindustrie. Es geht schon längst nicht mehr darum, ob wir ein digitales Leben wollen, sondern wie wir die digitale Zukunft gestalten.“