Hannover. VW will seine Nutzfahrzeuge demnächst auch in den USA verkaufen. „Der Markt ist zu groß, als dass wir ihn auf Dauer ignorieren könnten“, sagte Markenchef Eckhard Scholz. Einen konkreten Termin nannte er zwar noch nicht, doch Scholz bestätigte, dass alle künftigen Modelle so konstruiert würden, dass sie auch in Amerika verkauft werden können. Beginnen soll das mit dem neuen Crafter, der ab dem kommenden Jahr in Poznan vom Band läuft. Allerdings wollen die Niedersachsen in Nordamerika zunächst lieber mit einem Stadtlieferwagen nach Art des Caddy starten, weil sie sich in diesem Segment noch größere Chancen ausrechnen, deutete Scholz an.
Dass VW erst jetzt den Schritt über den Atlantik wagt, hat mehrere Gründe. So wurden alle Hoffnungen für das US-Geschäft auf den kurz vor dem Start doch noch gestoppten Microbus konzentriert und deshalb die Plattformen für Caddy und den Transporter nicht auf amerikanische Normen ausgelegt. Weil die Nachfolger die bestehende Architektur nutzen, könne man auch den T6 und den neuen Caddy nicht ohne Weiteres in den USA verkaufen.Auch den aktuellen Crafter kann VW nicht exportieren. Die Verträge mit Kooperationspartner Daimler hindern VW daran, sagte Scholz. Denn als Senior-Partner hätten sich die Schwaben einige Regionen ausbedungen, indenen das Schwestermodell Sprinter ohne direkte Konkurrenz verkauft werden kann.
Selbst der Pick-up Amarok hat keine US-Zulassung und wird diese wohl auch in der nächsten Generation nicht bekommen. Denn nach umfangreichen Marktstudien ist Scholz zu der Überzeugung gelangt, dass in diesem Segment kein nicht amerikanischer Hersteller auf einen grünen Zweig kommt.