München. Großkonzerne wie ZF, Bosch und Conti haben den Nutzen der Social-Media-Kanäle erkannt. An Marketing ohne Youtube, Facebook, Xing und Co. ist vielfach nicht mehr zu denken. Viele von ihnen betreiben sogar nicht nur einen Kanal, sondern oftmals drei oder mehr – und betreiben eigenen Blogs.
„Beim Mittelstand sieht es allerdings ernüchternd aus“, sagt Marketingexperte Moritz Nolte, der sich auf die Automobilindustrie spezialisiert hat. Für eine Studie hat er 60 Automobilzulieferer und ihren Auftritt in den sozialen Netzen Facebook, Twitter, Youtube, Xing, LinkedIn und Blogs untersucht.
"Die Diskrepanz zwischen Großkonzernen und dem Mittelstand ist immens", sagt er. 96,7 Prozent der Großkonzerne (mindestens 500 Mio Euro Jahresumsatz) betreiben mindestens einen Kanal – und das erfolgreich. 53,3 Prozent von den untersuchten mittelständischen Unternehmen (maximal 500 Mio. Euro Jahresumsatz) haben zwar ein Profil auf Facebook, Youtube oder Xing – doch mehr als die Hälfte nutzt es nicht mehr.
"Viele dieser Unternehmen haben vor einigen Jahren ein Profil im Social Web erstellt und dann gemerkt, dass doch ein kleiner Aufwand besteht, dieses Profil zu betreiben", sagt Nolte. Außerdem wüssten viele Unternehmen nicht, wie sie es einsetzen sollen und machen dann lieber nichts. Hier, so Nolte, begehen sie dann aber den größten Fehler: "Die bereits erstellten Profile sind nicht gelöscht, sondern immer noch unter dem Firmennamen auffindbar – aber jeder, der sie anklickt sieht, dass vor Monaten, wenn nicht sogar vor ein oder zwei Jahren zuletzt etwas gepostet wurde." Eine schlechte Visitenkarte für das Unternehmen, meint der Marketingexperte.