Herr Schmidt, was sind die Treiber für Software-Updates Over-the-Air?
Wesentliche Treiber sind die Möglichkeit, Kosten zu reduzieren. Hauptsächlich durch Rückrufe. Also wenn es ein Softwarefehler im Fahrzeug notwendig macht, dass das Auto zum Händler gebracht werden muss, damit eine neue Software aufgespielt werden kann. Das sind meistens Sicherheitsthemen, es kann aber auch um ein neues Feature gehen. Ein zweiter Treiber in den nächsten Jahren wird sein, dass darüber auch neue Technologien ausgerollt werden. Ähnliche wie heute schon bei einem Mobiltelefon der Fall ist.
Welches Geschäft wird heute schon mit solchen Over-the-Air-Updates umgesetzt und was erwarten Sie für die Zukunft?
Das Prognoseinstitut IHS rechnet für die Fahrzeughersteller allein mit Kosteneinsparungen von 35 Milliarden Dollar durch Over-the-Air-Updates bis zum Jahr 2022. Tesla ist einer der aggressivsten Spieler in diesem Umfeld. Tesla hat bereits 2015 damit begonnen ein neues Feature, einen sogenannten Autopiloten, freizuschalten. Zu einem Preis von 3000 Dollar. In diesem und im kommenden Jahr werden wir von den Fahrzeugherstellern viele neue solcher Umsatzfelder sehen.
Wie groß sehen Sie die Gefahr für Over-the-Air-Updates durch Hackerangriffe?
Sehr hoch. Einige der Fälle sind in der Presse ja bereits bekannt geworden. Wir sehen, dass vielen staatlichen Organisationen diese Gefahr durchaus bewusst ist. Daher werden derzeit verschiedene Standards getrieben. Das findet in den USA wie auch in Europa statt. Aber natürlich wird es keine hundertprozentige Sicherheit geben.